Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, dritter Jahrgang 5617 (1856-1857)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 306 (sequence 350)
- Language
- German
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fdl, Und bei alle dem habe, ich nicht gewußt, was denn vorging. SabbaLH zu Nacht, nach der »Hawdala,« sagte mein Vater mit einem Male zu mir: >Eisik, ich Hab' mit Dir etwas zu reden, komm' auf -.meine Stube.« Zitternd und bange folgte ich ihm. »Eistk,« sagte mein Vater zu mir, als wir allein in seiner Stube waren, »Du hast vielleicht bis jetzt gemeint, ich bin ein reicher Mann.« »Bist Du's nicht?« sagte ich auf den Tod erschrocken. »Nein,« sagte der Vater mit gebrochener Stimme, »ich diu mehr als arm geworden. Ich kann nicht einmal zahlen.« »Ich habe nur ein »Schmäh Jisroel« ausrufen können, die Sinne sind mir fast vergangen. Mein Vater hatte Mitleid mit mir. »Was kannst Du dafür,« sagte er, »daß Du keinen Kops fürs Geschäft hast?« »Das Wort hat mir erst recht durchs Herz geschnitten; ich fing an laut zn weinen. Nun erzählte mir der Vater, daß er schon seit einigen Jahren einen Rückgang im Geschäfte verspüre, der Mutter und mir habe er es lange verschwiegen, denn ihm scheine, mir wäre meine Brille viel lieber als das Geschäft; und weil er das bemerkt, habe er die ganze Sache in sich hineingegeffen. Aber das Unglück wachse ihm über den Kopf, länger könne es nicht verschwiegen werden. Das Alles aus dem Munde eines Vaters zu hören und sich dabei sagen müssen: Es geht Dich an! Ich Hab' damals meine Sünden abgebüßt; aber eingesehen habe ich sie doch nicht. »Meine Brill' soll also Schuld sein am Unglück?« fragte ich ein über das andere Mal. »Ja,« sagte der Vater, »denn daß Du mich nicht verstehst, daran ist eben deine Brille schuld.« »Da habe ich geschwiegen, denn wenn das Herz von Unrecht sich gekränkt meint, verschließt es sich. Der Vater aber erzählte nun weiter, wie es mit ihm stehe. Der