Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, dritter Jahrgang 5617 (1856-1857)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 248 (sequence 292)
- Language
- German
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2A8 Besonders ansprechend darin sind die Lebensbilder berühmter jüdischer Gelehrten des Mittelalters mit Auszügen aus ihren Werken. Blos der Passus über Aben Ezra's Bibelkritik ist wegzuwünschen; sie gehört in der vorliegenden Fassung nicht in dies Buch. Vermißt man ungern Ausführlicheres über das Pariser Sanhedrin, wogegen der Verfasser zu lange bei den neueren deutschen Rabbinerversammlungen verweilt, deren Beschlüsse doch keine Autorität haben, so können wir andererseits nicht umhin, die treffenden Worte herzusetzen, welche bei Gelegenheit der den Juden in Deutschland gewordenen Gleichstellung als Erwartung ausgesprochen werden. »Mögen Letztere (die Juden),« so heißt es, »nunmehr neben den Künsten und Wissenschaften vorzugsweise dem Landbau und den Gewerben sich widmen, der Wahrheit, des Rechts und der Bescheidenheit sich befleißigen, insbesondere aber je freier sie geworden, desto freudiger an den Schätzen ihrer Religion hängen, die Anstalten derselben forbern!« — Fehlte es zwar seit 30—40 Jahren nicht an mehr oder minder gelungenen Bearbeitungen der biblischen Geschichte für die Jugend, so ist doch G. Wolf's (in Wien) so eben erschienener erster Theil einer »Geschichte Israels für die israelitische Jugend,« den Zeitraum von der Schöpfung bis zur Zerstörung des zweiten Tempels umfassend, eine sehr willkommene Gabe. Ton und Styl sind in der Hauptsache richtig getroffen, Auswahl und Umfang der einzelnen Erzählungen fast durchgängig dem Zwecke entsprechend und der das Ganze durchwehende Geist athmet Gottesfurcht mit Erkenntniß gepaart. Hoffentlich wird der Verfasser in dem zweiten Theile, der die spätere Geschichte enthalten soll und bald erwartet wird, einige orthographische Eigenthümlichkeiten, die einer allgemeinen Einführung des Buches hinderlich sein möchten, wieder aufgeben; auch Gelegenheit haben, manche Einzelheiten (z. B. über den Aufenthalt Jeremias nach der Zerstörung, über den Namen Ahasverus bei Josephus) zu berichtigen. — Ehe wir zur eigentlichen Er-