Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, dritter Jahrgang 5617 (1856-1857)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 238 (sequence 282)
- Language
- German
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238 hört mehr in den Kreis des Individuellen und wirft aus die Gesammtheit nur einen schwachen Rester. Das zur Geltung -gekommene Princip der durch Verschiedenheit des Glaubens nicht zu nivellirenden Gleichberechtigung, der Ln dieser von unabhängigen selbstständigen Männern ausgegaugenen Wahl sich tnantfeftti’cnbe Protest gegen alte und sich erneuernde Glaubensschranken, das von den nichts weniger als nichtorthodoren.Vertretern der Weltstadt nicht nur im Namen des großen Londons, sondern des gesammten stolzen Albions ausgesprochene Bekenntniß, der Jude sei in dem ungestörten Gebrauche seiner Kräfte und in der möglichst freien Entwicklung der ihm von Oben verliehenen Gaben eben so wenig wie der Bekenner eines andern Glaubens §u Hemmer:, dieses ist, was wir in diesem Vorfälle freudig begrüßen. « Wir übergehen die gewöhnlichen Feierlichkeiten, welche die Installation des rreuen Lord-Mayors begleiteten, unb bemerken nur, daß der Lord-Kanzler, indem er die Wahl der City im Namen der Königin sanctionirte, seine Befriedigung über den von der City bewährten Geist der Unabhängigkeit ausdrückte, und darin ein Zeichen von der fortschreitenden Aufklärung des Zeitalters und ein gutes Omen für die Politik der Emancipation erblickte, welche er sein Leben lang verfochten hatte. Aehnliches sagte Lord Ruffel bei dem Lord- Mayors-Bankett, an welchem vierundzwanzig Glaubensgenossen des Lord-Mayors, zum Theil in Uniformen nach verschiedenen von ihnen bekleideten Aemtern, saßen. Wir bemerken, daß die Fleischspeisen, welche vor den Lord-Mayorgestellt wurden, von einem jüdischen Fleischer geliefert worden waren. Derselbe Fleischer ist mit der Versorgung des Haushaltes des Lord-Mayors beauftragt. Am Tage nach seinem Antritt (Sonnabend den 10. November 1855) begab sich der neue Lord>Mayor nach Portland-Street, woselbst er vor die Thore gerufen wurde. Bei dem Einzuge des Lord-Mayors wurde viel kostspieliger Prunk durch Werke umfassender Wohltbätigkeit ersetzt. Auch das Vortragen der