Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, dritter Jahrgang 5617 (1856-1857)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 232 (sequence 276)
- Language
- German
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232 da hört mmt auch schon Chorgesänge in bcn Synagogen. Auch für Confirmation, selbst des weiblichen Geschlechts, erwacht eine Sympathie. — Der über ganz Niederland ausgebreitete Verein zum Nutzen der Israeliten beeinflußt dergleichen Erscheinungen und fördert manche nützliche Einrichtungen zu Tage, wie Spar- und Vorschußcassen, Handwerksvereine, Singschulen, Kinderwartstiftungen u. s.f. Was wir von den französischen Juden zu sagen haben, ist kurz, aber, Gott sei es gedankt, gut. Sie haben erneuert Gelegenheit gefunden, sich auf dem Felde der Ehre als Franzosen und als Juden, d. i. als Abkömmlinge jenes Stammes zu erweisen, der mit Heldenmuth seine Unabhängigkeit gegen einen übermächtigen Feind bis zum letzten Augenblicke vertheidigt hat. Nach authentischen Berichten befanden sich unter den französischen Soldaten, welche vor Sebastopol gefallen, dreiundfünfzig mosaischer Religion, darunter zwei Obersten; Leopold See aus dem Elsaß, Capitän der Zuaven, erhielt die Ehrenlegion; ein junger Mann voll großer Zukunft, Herr Gustav Seligmann, Lieutenant bei den Voltigeurs der Kaisergarde, hatte so eben das Commando über seine Compagnie an der Stelle seines gefallenen Capitäns übernommen, als er von einer Bombe getroffen und sofort getödtet wurde. Ein anderer Glaubensgenosse, Herr Blum, gleichfalls aus Nancy und Lieutenant bei den Voltigeurs der Kaisergarde, ist zum zweiten Mal an dem Malakoffthurm verwundet worden; er empfing schon vor einiger Zeit die Ehrenlegion. Die »Arch. israel. de Fr.« sprechen sich mit großem Lobe über die ausgezeichnete Art aus, in welcher die französischen Soldaten jüdischen Glaubens sich im Oriente benahmen. Sie sagen, daß im fremden Lande und vor demFeinde die israelitischen Officiere und Soldaten in sich mit größerer Kraft als jemals den religiösen Geist erwachen suhlen; sie erinnern sich der Regungen ihrer Kindheit, gedenken ihrer Familie. fü&Ien was ihr Glaube Sanftes und Tröstendes bat; sie sterben