Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, dritter Jahrgang 5617 (1856-1857)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 228 (sequence 272)
- Language
- German
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228 Ausstellung der Horricultur haben zwei Israeliten Medaillen erworben, nämlich die Herren Cesare Franchetti und Carlo Luzzatti. Auf eine Anfrage des Dr. Philipson zu Magdeburg an das Consistorium zu Bayonne über den Aufenthalt der Juden in Spanien theilt derselbe Folgendes mit. Juden können ungehindert in Spanien wohnen und haben sowohl zu Madrid als zu San Sebastian commercielle Etablissements gegründet, welche die vollständigste Freiheit genießen. Dre Religionsübung im eigenen Hause ist unverwehrt. Aber Gemeinden zu bilden und den Gottesdienst öffentlich zu vollziehen ist den Juden wie den Protestanten zur Zeit noch nicht gestattet. Daß die talentvollen Töchter des Wiener Obercantors Sulzer als erste Sängerinnen am königlichen Theater zu Barcellona engagirt waren und sich fortwährend des glänzendsten Erfolges zu erfreuen hatten, dürfen wir als bekannt annehmen. Jacob Franco Mendez, ein holländischer Jude und ausgezeichneter Violoncellist und Compositeur, erhielt kürzlich von der Königin den Jsabellenorden. Freiherr Carl von Rothschild hat das Commandeurkreuz mit dem Stern des Ordens Carls III. erhalten. In der Schweiz haben sich die Verhältnisse der Juden zum Bessern gewendet. Zuvörderst haben einzelne Cantonsregierungen einer liberaleren Gesinnung Raum verstattet. Im Cauton Aargau, in welchem die meisten der in der Schweiz seßhaften Juden wohnen, ist die Aufhebung der Ausnahmegesetze beim großen Rathe ohne alle Discuffion durchgegangen. Die aargauische Regierung hat aber noch mehr gethan. Sie hat sich bei jener des Cantons Zürich dahin verwendet, daß die dem Viehhandel der aargauischen Juden in den Weg gestellten Beschränkungen aufgehoben wurden. Die zu Endingen im Aargauischen (woselbst Dr. Fürst als Rabbiner und Lehrer in sehr gemeinnütziger Weise wirkt) zur landwirthschaftlichen Bildung von Juden errichtete Anstalt hat sich einer Subvention von Seite der Regierung zu erfreuen. In Bern hat Dr. Fürst im September