Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, dritter Jahrgang 5617 (1856-1857)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 223 (sequence 267)
- Language
- German
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r 223 Theuerungszulage für israelitische Lehrer votirt. Die früher zwischen Christen und Juden verbotene Ehe ist jetzt gestattet. Aus Holstein wird gemeldet, daß die dänische Regierung es nicht gewagt habe, den Ständen die bürgerliche Gleichstellung der Juden vorzuschlagen. In dem Versassungsentwurf ist nicht von Beseitigung der alten Beschränkungen die Rede, doch sollen sie Wähler sein, nur nicht wählbar. Im Großherzogthmne Weimar hat Dr. Leubuscher, der in Berlin um seines religiösen Bekenntnisses willen zu keiner Professur gelangen konnte, an der Universität Jena sein Amt als Professor und Director der Klinik angetreten. In Sachsen-Meiningen ist den Ständen ein neues Judengesetz vorgelegt worden, das nach dem Referate des ständischen Ausschusses den Rechtszustand der Juden dem derjenigen Christen gleichstellen würde, welche in Folge von schweren Verbrechen Zuchthaus- oder Arbeitsstrafe erlitten haben; bereits ist jedoch eine völlige Umgestaltung verfügt worden. Auch aus dem kleinen deutschenFürstenthume Sch w a r zburg-Sondershausen wird Bemerkenswerthes berichtet. Der Fall, daß ein Jude das zweite juridische Eramen mit besonderer Auszeichnung zurückgelegt hatte, bewirkte die Erörterung, ob die Juden überhaupt zur Staatsanstellung befähigt seien. Das Appellationsgericht m Eisenach, welches zugleich den hohen Gerichtshof für jenes Fürstenthum bildet, sprach sich in dem abgeforderten Gutachten auf Grund der sondershausen'schen Verfassung für die Qualification aus. Interessant ist noch folgender Vorfall in diesem Ländchen. Der Kaufmann und Fabriksherr Adolf Gers zu Gondershausen hatte sich in den Jahren der Bewegung durch seinen Muth und die Hingebung für die Sache seines