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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1856-01-01 · Neue Folge, dritter Jahrgang 5617 (1856-1857) · p. Seite 210

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, dritter Jahrgang 5617 (1856-1857)
Date
1856-01-01
Page
Seite 210 (sequence 254)
Language
German
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210 currenten auch die Beibringung von bloßen Geburtsscheinen nebst dem Nachweise der Befähigung zu, doch wollen wir erst das Resultat eines solchen Zugeständnisses abwarten, bevor wir eine freudige Empfindung darüber äußern; andererseits find uns erneute Fälle bekannt geworden, in denen jüdischen Aspiranten um Staatsdienste und bereits Angestellten bedeutet wurde, daß sie als Juden keine Aussicht zur Anstellung oder zum Avancement hätten. So hat bemt auch Herr Pick, der in verdienstlicher Weise die Stelle eines k. t Assistenten an der Wiener Sternwarte bekleidete, sich veranlaßt gesehen, seine weitere Eristenz in der Errichtung einer Privaterziehungsanstalt zn suchen Selbst die vor vielen Decenuien eingeführte Anstellung jüdischer Secundarärzte im allgemeinen Krankenhause ist seit einigen Jahren nicht mehr vorgekorniwen, imb auch in der militäriscb-medicinischen Anstalt des Josephinums ist unter den 80 Zöglingen , die Aufnahme fanden, kein einziger Israelit. Wir halten: nichtsdestoweniger die Befürchtung ferne, als \ri in der Militärverwaltung das Princip, ohne Unterschied des Religionsbekenntnisses entscheidende Verdienstlichkeit anzuerkennen, aufgegeben, nachdem die Beförderung von Juden bis zum Majorsrang ungehindert stattgesunden hat. Die Ausschließung vom Notariat hatte die Befürchtungen rege gemacht, daß sie am Ende auch das Gleiche in der Advocatur nach sich ziehen werde. Diese Besorgniß schien allerdings um so weniger begründet, als schon im vorigen Jahrhundert den Juden in Oesterreich das Recht zugesprochen wurde als Advocaten Juden und Christen zu vertreten mtb es auch schon damals jüdischeAdvocaten gab. Völlige Beruhigung gewährte es daher, daß unter den 106 Advocatenstellen, welche Ln Folge der am 29. September v. I. ins Leben getretenen Reorganisation von Galizien in dem Lemberger und Krakauer Oberlandesgerichtssprengel von dem Herrn Justizminister, tbeils im Wege der Uebersetzung, theils der neuen Anstellung, verliehen wurden,

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