Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, dritter Jahrgang 5617 (1856-1857)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 203 (sequence 247)
- Language
- German
- Belongs to
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- IRI
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Mentioned entities
- Odesa 1× ep/2781475
- Riga 1× ep/2781490
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203 r zig Privatschulen, welche von 1908 Schülern besucht werden. Auch einige specielle jüdische Lehranstalten bestehen daselbst. Namentlich erfreut sich die seit 1852 in Odessa bestehende jüdische Gärtnerschule unter der Leitung des Directors Zederbaum eines guten Fortgangs. Wie sehr alle bessern Bestrebungen der Juden in Rußland gefördert werden, beweisen die Vorrechte, welche die Zöglinge dieser Anstalt genießen. Sie erhalten damit das Ehrenbürgerrecht, sind vom Soldatenstand und von allen Steuern befreit und erlangen vollkommene Reisefreiheit, sobald sie sich mit der Horticultur zehn Jahre nach beendigtem Studium beschäftigt haben. Die Rigaer Juden — etwa 1000 Seelen stark — haben dem Kaiser Alexander eine gegen Bedrückung der- Ortsbehörde gerichtete Denkschrift überreicht. Unterm 7.. November 1855 erschien nämlich ein Ukas, wonach es jedem zur Riga'schen Hebräergemeinde verzeichneten Hebräer freistehen soll, sich zur Riga'schen Kaufmannsgilde einschreiben zu lassen und die der betreffenden Gildenclasse entsprechenden Handelsrechte zu genießen. Hiebei ist ihnen der Erwerb des Bürgerrechts sowohl als des unbeweglichen Eigenthums ausdrücklich nicht gestattet. Dessen ungeachtet verweigerte in vorgekommeuen Fällen der Riga'sche Rath den Ansuchenden die Aufnahme in irgend eine Kausmanusgilde, und es verblnbt den Unterdrückten nur zum Kaiser selbst zu recurriren. In den Gouvernements Pultawa und Tschernigoff wurden neuerlich Ansiedlungen und Erwerbungen von Grundeigenthum den Juden verwehrt. Ein anderer Ukas verordnet, daß jüdische Soldaten, welche ihre- Dienstzeit zurückgelegt haben, nur in den Gouvernements wohnen dürfen, in welchen denJuden überhaupt dasWohnrecht zugestanden ist. Die eine Zeitlang vernachlässigten Kleiderreformen werden nun wieder mit größerer Strenge betriebe^. Aber auch in dem »heiligen« Rußland brechen Talent und Intelligenz der Juden sich Bahn. Aus Warschau wurde