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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1856-01-01 · Neue Folge, dritter Jahrgang 5617 (1856-1857) · p. Seite 202

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, dritter Jahrgang 5617 (1856-1857)
Date
1856-01-01
Page
Seite 202 (sequence 246)
Language
German
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202 ChersonsschenundachtimJekaterinoslaw'schenGouvernemen^ inspicirt. Er fand auch die hebräischen Colonisten, welche im Jahre 1840 aus Kurland auswanderten, recht glücklich in ihrem Ackerbaustande lebend. An Wasser ist dort kein & Mangel, denn die gegrabenen Brunnen bieten ihnen mehr als sie dessen bedürfen, und zwar ein gesundes gutes Getränk. Ihre Häuser sind entweder aus Bruchsteinen oder aus Erdziegeln, nach Art der deutschen Colonistenhäuser planmäßig ausgeführt, haben besondere Zimmer und sind geräumig und vollkommen den Bedürfnissen zweier Familien entsprechend. Sie gehen Ln deutscherTracht, an Wochentagen nach ländlicher, an Sabbath- und Festtagen nach städtischer Sitte gekleidet. Vorzüglich wird in jener Gegend ein ziemlich bedeutender Tabaksbau getrieben und die Verarbeitung dieses Produktes, namentlich zu Cigarren, ist mit großen Vortheilen verknüpft, weshalb auch dieser Industriezweig daselbst blühend ist. Gedachter Herr Rappenheim hat zugleich Proben von Getreide, Tabak und Cigarren u. s. w. mitgebracht, wodurch sich Jeder von dem Fleiße und den landwirthschaftlichen Kenntnissen dieser Colonisten überzeugen kann. An Wohlthätigkeits- und gemeinnützigen Anstalten e.ristiren Ln den Colonien: eine Leihbank, Hospitäler, Versorgungs- und Arbeitshäuser und andere nicht wenig Einfluß auf das Gedeihen der Colonien ausübende Hilfsvereine. Viele dieser Colonien haben hebräische Namen, wie z. B. Nehar tob (d. i. schöner Fluß), Ledo menuclia ■ (Ruhefeld), Sede laban (Weißfeld) u. s. w. Die Bevölkerung dieser sämmtlichen hebräischen Colonien beträgt circa 12,000 Seelen und hat 20 Rabbiner, welche alle nächst Gott dem Monarchen für ihr glückliches und zufriedenes Leben im Bauernstände herzinniglich danken. Odessa zählt gegenwärtig eine israelitische Bevölkerung von 17,000 Seelen. 7 Israeliten sind Kaufleute der ersten Gilde, 28 der zweiten und 421 der dritten. Zeitweilig halten sich in Odessa 6000 Israeliten auf. Die Odeffaer Juden besitzen drei öffentliche und siebenundzwan-

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