Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, dritter Jahrgang 5617 (1856-1857)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 200 (sequence 244)
- Language
- German
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200 1. daß man ihnen erlaube, im Innern des Landes als auch in den Vorstädten Belgrads öffentlich Waarenhandlungen zu halten und Producte alla minuta zu verkaufen) 2. daß sie überall in Serbien, d. h. auch in den Dörfern, Grund kaufen und Häuser bauen dürfen; 3. daß sie ihre Kinder bei verschiedenen Profeffionisten, seien diese Serben oder anderer Religion, in die Lehre geben, und, wenn sie ausgelernt und ihr Eramen abgelegt haben, in die Zunft, der sie angehören, ausgenommen werden und öffentlich ihr Gewerbe treiben dürfen, so auch Bier- und Kaffehhäuser und deren ähnliche überall in Serbien halten können; 4. daß sie ihre Bethäuser überall im Innern des Landes, wo sie sich mit verschiedenen Geschäften ansiedeln, haben dürfen, damit sie so wie in Belgrad auch überall ihre Rekigion ausüben können. An den Dr. Philipson zu Magdeburg wurde eine Abschrift dieser Eingabe mit der Bitte gesandt, sich der serbischen Juden mit Rath und That annehmen zu wollen. Wie wir weiterhin in Erfahrung gebracht haben, wurde die Eingabe von dem Fürsten an den Senat zur Begutachtung übersandt und es steht der Erfolg zu erwarten. Eine frühere Eingabe um Ermäßigung der im vorigen Jahre erhöhten Einkommensteuer der Belgrader Judenschast wurde inzwischen abschlägig beschieden. Die früher in einem besonderen Aufsatze dargelegten Zustände der moldau-walachischen Juden erhalten eine indirecte Bestätigung dadurch, daß die der Allgemeinen Zeitung des Judenthums diesfalls zugesendeten Berichtigungen nur auf die im minder erfreulichen Lichte beleuchteten Gesittttttgszustände Bezug nehmen. Dabei wird über den Fanatismus mehrerer aus Sadragora überstedelten Rabbiner geklagt, der manchem wohlthätigen Streben Hemmnisse bereitete. Es hatte geheißen, daß die Pforte das Gesuch der moldauischen Israeliten, sich liegende Gründe zu kaufen,