Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, dritter Jahrgang 5617 (1856-1857)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 160 (sequence 204)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2609281-2609286--3063-2610407- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
160 Dieses redliche und verdienstliche Streben erwarb ihm auch die warme Anerkennung der persischen Staatsmänner und endlich auch die besondere Huld und Gnade des persischen Monarchen. Nach Erscheinen der »Anatomie« erhielt er von Seiner Majestät Nashreddin-Schah den Sonnenorden und den Rang eill es Obersten zweiter Ela sse, und als im November 1855 der bisherige Leibarzt des Schah, ein Franzose, gestorben war, wurde Dr. Polak auf diesen hohen Dienstesposten befördert. Die dortige Hof- und Amtszeitung meldet dies mit folgenden Worten: »Teheran den 4. Rabih-ulawwal 1272. »Da in diesen Tagen Dr. Cloquet, welcher bei Seiner »Majestät das Amt des Leibarztes verwaltete, mit dem Tode »abging und zur Besetzung dieser hohen Würde ein Mann »nothwendig war, welcher Befähigung und Kenntnisse besitzt: so wurde von den hier anwesenden fränkischen Aerzten »Seine Hochgeboren Dr. Polak, welcher durch seine »Geisteskraft, Talent, Geschicklichkeit und Erfahrung in der »Medicin und Chirurgie berühmt und anerkannt ist und »schon seit mehren Jahren im Dienste der hohen Regierung »steht und während dieser Zeit sowohl im Unterrichte im »Collegium als auch in feinen Euren durch Verstand, Befähigung und Fleiß das Wohlgefallen SeinerMajestät, und »derWürdenträger erregte, in diesen Tagen mit der Würde »eines Leibarztes beehrt und ein Gürtel mit Diamanten »besetzt, ein Kaschmirshawl und ein Turkomanenroß von »Seiten Seiner königlichen Majestät ihm verliehen, und »der Ferman mit dem gesegneten Jnsiegel in dem Sinne »ausgestellt, daß er von nun an immer während des Früh- »stücks des Königs anwesend sei. Hoffen wir, daß unser trefflicher Landsmann in seiner seit dem Mittelalter nicht dagewesenen Ehrenstelle mit der Gunst des persischen Hofes recht lange beglückt werde!