Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, dritter Jahrgang 5617 (1856-1857)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 143 (sequence 187)
- Language
- German
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143 jetzt die großen Entfernungen sich so gewaltig reducirt haben, über die jüdischen Verhältnisse Jnnerastens bisher so durstige Nachrichten zu uns gelangt sind; die Flußgebiete des Euphrat und Tigris, die Ebenen Irans namentlich, von so vielen Seiten zugänglich, gewährten schon seit mehren Jahrhunderten europäischen Wissenschaften und Kaufleuten wohlwollende Ausnahme, und wurden für dieselben auch in der Tbat in mannigfacher Beziehung ein eben so anziehender als häufig besuchter Schauplatz. Layard's und Rawlinson's Forschungen befriedigten unseren Verstand und unfern Wissensdurst nach dem einst Gewesenen; aber unsere rein menschliche Neugierde frägt die Reisenden oft vergebens nach den jetzt Lebenden. Wenn nun auch die Zahl unserer dortigen Glaubensbrüder nickt schwerer ins Gewicht fallen mag, und wohl anzunehmen ist, daß die seit Jahrtausenden stationär gebliebenen Gesellschaftsverhältnisse ,Jnnerastens in gleicher Weise auf den Eulturzustand der dortigen Juden eingewirkt haben; so ist dock besser, über diese etwas zu erfahren, als gar nichts. — Ueberdies gewinnt das Bild mittelalterlichen Stillstandes fast wieder den Reiz der Neuheit, und das Interesse, welches sich neuester Zeit für die syrischen Inden wieder belebt hat, dürfte sich auch auf deren Nachbarn ausdehnen. Daher dürften folgende Notizen nicht unwillkommen sein, die den Briefen des Dr. I. E. Pollak, Professors der Chirurgie und Leibarztes des Schah von Persien, entnommen sind; sie sind wohl nicht reichhaltig genug, um ein vollständiges Bild der persischen Juden darzustellen. Doch sind sie, der Gegenwart entnommen und die neuesten Nachrichten eines Augenzeugen enthaltend, interessant genug, um der Vergessenheit entrissen zu werden. Nach einem mehrmonatlichen Aufenthalte in Teheran, der Hauptstadt Persiens, schreibt er: »Bei der Zurückgezogenheit, bei dem Schmutz und