Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, dritter Jahrgang 5617 (1856-1857)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 127 (sequence 171)
- Language
- German
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127 die hiesigen löblichen Behörden in der Handhabung der ihnen anvertrauten Volksüberwachung beseelt, dankbar zuzuschreiben ist. Aus der nächsten Umgebung ist uns ein Act seltener Religionsverehrung eines Christen bezeichnet worden, der Wenigen bekannt sein durste, und der, zur Charakteristik der Wiener Bürger gehörend, wohl einen Platz an der Ehrentafel finden mag. In der nahegelegenen Cultusgemeinde Czorna wurde im vorigen Jahre ein neuer Tempel gebaut. Als man eben im Baue begriffen war, hielt sich daselbst ein Wiener Fabrikant in einer Geschästsangelegenheit auf. Zufällig hörte der Gast von dem Tempelbau, ging, um ihn anzusehen, und erkundigte sich, gleichgiltig scheinend, nach der Größe der Gemeinde, nach ihren Verhältnissen, den Hilfsquellen zu diesem Tempelbau u. s. w. Einige Wochen später langten an die Adresse des Cultusvorstandes in Czorna zwei große Kisten an. Man vermuthete einen Aprilspaß und öffnete neugierig den Deckel, und was fand man? In der einen ein hübsches Quantum Millykerzen, Ln der andern einen werthvollen neuen Luster, beide von dem Wiener Cottonfabrikanten dem israelitischen Tempel in Czorna geweiht. Einige Monate später machte derselbe auf seiner Retourreise von Pest einen Umweg über Czorna, um sich von der Vollendung des Tempels eine befriedigende Anschauung zu verschaffen, fand aber dieselbe nicht nach Wunsch, indem er unter andern: bedauerte, daß die Gemeinde nicht mehre Leuchter von besserem Schlage anschaffen konnte. Er widmete sofort mehre ordentliche Messingleuchter und einige schöne Armleuchter (die auch richtig eintrafen) und versprach auch, in Wien eine große Uhr für die Außenseite des Tempels anfertigen zu lassen, welche vielleicht auch schon an Ort und Stelle angebracht ist. Bei seinem Abschiede bat der edle Spender, daß man ihn und seine Gattin, die eben auch anwesend war, zur Tempeleinweihung einladen möchte, welches freudig zugesagt war. Aus Comorn wird uns über die ausgezeichnete Hu-