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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1856-01-01 · Neue Folge, dritter Jahrgang 5617 (1856-1857) · p. Seite 126

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, dritter Jahrgang 5617 (1856-1857)
Date
1856-01-01
Page
Seite 126 (sequence 170)
Language
German
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IRI
…/2609281-2609286--3029-2610373
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126 den sechsfachen Pachtzins anboten. In ihrer Noch ging die Frau zum hochw. Herrn Bischof Johann von Stankovits mit einem Bittgesuch und erhielt von ihm die Versicherung, so lange er lebe, solle sie von Niemand verdrängt werden, nebstdem wurde ihr auch noch die Hälfte des Pachtzinses erlassen. So war sie in den Stand gesetzt, sich ferner anständig zu ernähren. Bei dieser Gelegenheit schreibt derselbe Berichterstatter von einer Edelfrau in Csecseny, Raaber Comitat, mit Namen Sibrik Gaberne, welche durch viele Jahre über vierzig arme jüdische Familien mit Brot, Mehl, Brennholz re. unterstützte, für dürftige Wöchnerinnen Hühner schickte und unzählige Wohlthaten an die Armen der Umgegend erzeigte. Sie starb vor ungefähr zwei Jahren allgemein betrauert. Segen ihrer Asche! Aus Groß-Kanischa wird uns berichtet, daß Seine Durchlaucht Fürst Philipp Bathyany der Gemeinde den jüdischen Friedhof sammt Leichenhaus und den ansehnlichen Nebengebäuden unentgeltlich abgetreten hat. Eben alldort hac der städtische Magistrat von dem städtischen Aufschlag die namhafte Summe von 500 fl. jährlich zur Vertheilung an Arme israelitischer Confession bestimmt. Aus Raab erhalten wir folgende interessante Mittheilung: Unfern bürgerlichen Standpunct belangend, haben wir in keinerlei Weise irgend eine schroffe Sonderstellung zu beklagen. In socialer Stellung lebt und webt der hiesige Israelit in brüderlichem Einvernehmen mit den Andersgläubigen und ist überall wohlgelitten, ohne den religiösen Abstand empfinden zu müssen. Ecclatante Züge von christlicher Menschenliebe gegen Israeliten sind zwar nicht aufzustellen, doch sind Beispiele von Unterstützung gegen unsere Glaubensgenossen alltäglich und häufig, um besondere Facta hervorzuheben. Mit einem Worte, es läßt die hier herrschende Toleranz im Allgemeinen wenig zu wünschen übrig, was vorzüglich der humanen Denk- und Handlungsweise, welche

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