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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1856-01-01 · Neue Folge, dritter Jahrgang 5617 (1856-1857) · p. Seite 105

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, dritter Jahrgang 5617 (1856-1857)
Date
1856-01-01
Page
Seite 105 (sequence 149)
Language
German
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IRI
…/2609281-2609286--3008-2610352
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105 ist der Anblick für einen Fremden, der von einem Gottes- Hanse in einer mittler« Landgemeinde keine großen Erwartungen hegt, ein wahrhaft überraschender. Ebenfalls im abgelaufenen Jahre wurde zu Boskowitz ein geregelter Gottesdienst mit Choralgesang eingeführt und die frühere israelitische Trivialschule zu einer Hauptschule von vier Knaben^ und drei Mädchenclafsen erhoben, und mit derselben eine Industrieschule für weibliche Arbeiten verbunden. Diese Schule verdankt den energischen Ermahnungen des Landesrabbiners ihre Entstehung und wurde in Folge derselben ein Fond von nicht weniger als 20,000 fl. zur Erhaltung derselben zusammengeschoffen. Rühmenswerth ist besonders die Verwendung der Jnspicientinnen der weiblichen Jndustrieanstalt, der Frauen Antonia Lüwbeer und Charlotte Wassertrilling, indem sie sich nicht mit reichlichen Spenden an Geld und Kleidung begnügen, sondern an dem Unterricht der Mädchen persönlich betheiligeu. Die Gemeinde Jamnitz, aus 80 Familien bestehend, besitzt eine ordentliche Synagoge mit geregeltem Gottesdienste, eine Schule und die sonstigen, in jeder ordentlichen Gemeinde bestehenden Institute. Die kleine Filialgemeinde Althart mit nur 16 Familien hat ihre kleine Synagoge erst kürzlich renovirt. Die Gemeinde Pilsling hat vor zehn Jahren ein sehr schönes Schulhaus gebaut. Mehre erhebliche Stiftungen wurden in Jamnitz zum Besten der Ortsarmen testamentarisch errichtet. Die Schule in Jamnitz hatte sich einer besonder« Würdigung von Seite der Vorgesetzten Behörde zu erfreuen. 3« Mislitz hat sich ein Verein gebildet, um an Sabbathen gemeinschaftlich theologische Werke zu lesen. Zu Nicolsburg hat sich die im Jahre 1853 gegründete Kinderbewahranstalt eines besondernFortganges zu erfreuen. Der vielseitig hervorgetretene Wunsch eines geregelten Gottesdienstes hat die Umwandlung der zweiten Synagoge in einen Tempel zu Stande gebracht. Die Hauptschule hat guten Fortgang.

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