Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, dritter Jahrgang 5617 (1856-1857)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 104 (sequence 148)
- Language
- German
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104 erfreut sich des besten Erfolges. Rückstchtlich der Vorschußleistungen hatte der Verein im vorigen Jahre vierzig Familienväter durch Darlehen im Betrage von mehr als 7000 fl. unterstützt. Der Rabbiner Dr. Melis hat sich anch viele Verdienste um die Volksschule erworbensowohl hierin als in entsprechender Sorgfalt für bfe Synagoge hat sich in Hrischkow ein reger Gemeingeist kund gegeben. Aehnlich der vorbesprochenen Einrichtung besteht in Nachod ein Verein zur Unterstützung unbemittelter Handels¬ und Gewerbsleute durch unverzinsliche Darlehen. Gründer ist Leopold Pick. Es ist viel Wohlthätigkeitssinn in dieser Gemeinde, der sich auch auf christliche Arme erstreckt. Ein lehr regsames Fortschreiten des Gemeingeiftes zeigt sich unter den Cultusgemeinden Mährens. Wir haben aus diesem kleinsten Kronlande die meisten und wohl auch die erfreulichsten Mittheilungen erhalten. In Tobitschuu, einer der kleinsten Gemeinden, ist dennoch für den Cultus trefflich gesorgt und derselbe nach neuem Ritus mit Predigt und Chor aufs beste eingerichtet. Die Synagoge wurde vor drei Jahren mit dem verhältnißmäßig bedeutenden Aufwande von 800 fl. renovirt. Gaja mit 120 Familien zählt auch noch nicht zu'den großem Gemeinden Mährens; dennoch hat sich hier ein sehr schöner Tempel erhoben, in welchem ein geregelter Gottesdienst durch einen wohlgeleitetenChor wirksame Unterstützung findet. Der um diese Anstalten sehr verdiente Rabbiner Herr Weiße ist nach Waag-Neustadtl übersiedelt. Aehnliches ist aus Austerlitz zu berichten, woselbst schon seit zehn Jahren Predigt und Chor eingeführt sind und erst kürzlich eine Elementarschule eingerichtet ward. Ein Gleiches aus Weitentrebitsch. Der Tempel wurde vor einigenJahren aus eigenenGemeindemitteln hergestellt. Der Religionslehrer ist zugleich Prediger. In Poberlitz (nächst Brünn), einer Gemeinde, welche 110 Familien zählt, wurde am I. Qctober 1855 ein sehr schöner Tempel feierlich eingeweiht. Von innen und außen