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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1856-01-01 · Neue Folge, dritter Jahrgang 5617 (1856-1857) · p. Seite 100

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, dritter Jahrgang 5617 (1856-1857)
Date
1856-01-01
Page
Seite 100 (sequence 144)
Language
German
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100 thigt. Allerdings nicht so durchgängig, daß nicht noch, viel — ja sehr viel zu wünschen verbliebe — aber immer mehr und immer lebendiger fassen Vorstände und Mitglieder der israelitischen Cultusgemeinden Oesterreichs ihre dreifache Mission auf: für Cultus, Unterricht und Armenversorgung die gebührende Sorge zu tragen, Spaltungen zu vermeiden, und wo es immer Noch thut zusammen zu halten und zusammen zu wirken. So haben wir denn auch die Genugthuung, jene Zwecke an vielen Orten durch verbesserte alte oder durch erschaffene neue Anstalten mächtig gefördert zu sehen. Unsere diesfälligen Mittheilungen sollen aber nur Proben eines solchen immer mehr erwachenden gemeinheitlichen Geistes abgeben, die Voraussetzung, daß sie uns nur sehr unvollständig zugekommen, liegt weit näher als die, daß wir uns bereits in den Stand gesetzt sehen, ein vollständiges Bild eines ersprießlichen Wirkens der Cultusgemeinden darzulegen. *) In Wien schreitet der Bau des zweiten Gotteshauses in der Leopoldstadt rüstig vor. Die Aufnahme der dazu bestimmten Functionäre ist im Zuge. Mehre Concurrenten zur zwecken Predigerstelle wurden zur Abhaltung von Probevorträgen veranlaßt. Die Einweihung des neuen Tempels dürfte kaum vor Neujahr 1857 erfolgen. Das Wiener Jsraelitenspital — diese älteste Wohlthätigkeitsanstalt derGemeinde — hat so eben ein schönesZeugniß über die wohlthätige Wirksamkeit erlangt. Die medicinische Wochenschrift (Nr. 29, 1856) sagt nämlich über den diesjährigen Bericht, daß er einen der schönsten Beiträge zur Be- *) Aber eben darum müssen wir ünverweilt und dringend unsere Bitte an alle Berufenen, namentlich an die verebrlichen Vorstände und Rabbiner in alten Kronländern, dahin, richten, daß uns vollständigere Mittheilungen in Bezug auf innere und äußere Zustände bis Ende Februar 1857 zugesandt werden mögen.

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