Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, dritter Jahrgang 5617 (1856-1857)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 99 (sequence 143)
- Language
- German
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99 ausgebaut gebliebene Synagoge nebst Schule auf ihre alleinigen Kosten hergestellt. Der Präsident der BrodyerHandels- und Gewerbekammer, Hr. Mayer Kallir, welcher seit lange mit großartigen Entwürfen zur Förderung des Ackerbaues unter den Israeliten Galiziens umgeht, hat einstweilen ein Capital von 5000 fl. in 5°4 Staats-Schuldverschreibungen zur Eröffnung von Stipendien für junge Israeliten, welche sich, nachdem sie die jüdisch-deutsche Hauptschule in Brody absolvirt, dem Ackerball oder einem unter Juden weniger verbreiteten Handwerke widmen, erlegt. Diese Stipendien haben nach dem Willen des Stifters zu bestehen: a) aus einer Unterstützung während der Lehrzeit durch vier Jahre, und zwar im Betrage von 20 fl. in den beiden ersten, von 15 fl. im dritten und von 10 fl. im vierten Jahre, d) Aus einer Beisteller zur Errichtung einer eigenen Wirtschaft oder zum Antritte eines Handwerkes nach verstrichener Lehrzeit, im Betrage von 100 fl. Die Vertheilung der Stipendien hat nach Verlauf von vier Jahren zu beginnen, während welcher Zeit die Zinsen der Obligationen zum Stistungscapitale geschlagen und fruchtbringend angelegt werden sollen. Die Gründung dieser Stiftung, über die der Stiftsbrief bereits ausgefertigt und bestätigt worden ist, so wie der dadurch an den Tag gelegte Wohlthätigkeitssinn des Stifters wird mit dem Ausdrucke der Anerkennung zur öffentlichen Kenntniß gebracht. Wir fügen hinzu, daß außerdem der Stifter des Stipendiums bei Gelegenheit der Eröffnung der deutschisraelitischen Hauptschule im Jahre 1855 500 fl. zu einem Bekleidungsfond für arme Schüler gewidmet; seitdem ist dieser Fond zu einer Höhe von mehr als 2000 fl. herangewachsen und wurden diesen Winter 50 Kinder bekleidet. Es ist aber der überall sich regende corporative Geist, dem wir hier vorzüglich Rechnung tragen, wenn uns auch die Menge des Materials zur kürzesten Fassung nö- 7 *