Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, dritter Jahrgang 5617 (1856-1857)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 92 (sequence 136)
- Language
- German
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92 gewordene Verdienste jüdischer Aerzte im Allgemeinen hinzu. Zu Lemberg starb im vergangenen Jahre Dr. Jacob Rappaport, der mehr als ein halbes Jahrhundert lang die leidende Menschheit mit seiner Hilfe, die Trostlosen mit Hoffnung und die Armen mit seinem Wohlthun labte Er hinterließ zwei Töchter, die durch hohe Bildung ausgezeichnet sind, und wovon die eine an den Med. Dr. Adam Bar ach verheirathet ist, welcher sich Barach-Rappaport nennt. Ebenfalls zu Lemberg und im selben Jahre starb Dr. Arnold Gusmann, ein Opfer der Choleraseuche. In einem erbärmlichen Flecken und unter den ärmlichsten Verhältnissen geboren, war et in der Jugend darauf angewiesen, als Talmndlehrer sein Leben zu fristen. Durch Unterstützung einiger Brodyer Freunde, die den Hellen Kopf in ihm erkannten, ward er in den Stand gesetzt, den medicinischen Studien obzuliegen. Er legte sie in ausgezeichneter Weise zurück und prvmovirte als Doctor der Medicin zu Wien. Bald wußte er sich den Ruf eines rationellen Arztes zu erwerben und innerhalb einer fast dreißigjährigen Praris namentlich in den hohen Kreisen Lembergs zu bewähren. Wir müssen bei diesem Anlaß im Allgemeinen die Opferfreudigst hervorheben, womit jüdische Aerzte bei dem abermaligen verheerenden Auftreten der Cholera dem an sie ergangenen Ruf gefolgt sind. Auch unter den von der Regierung für den Choleradienst in Galizien und Dalmatien angeworbenen Aerzten bildeten die Juden die Mehrzahl. In allen Kronländern erfolgten zahlreiche Belobungen an jüdische Aerzte, die sich diesfalls ausgezeichnet hatten; nur beispielsweise erwähnen wir, daß in der einzigen Cultusgemeinde Boscowitz in Mähren drei jüdische Aerzte, die Doctoren Pollak, Deutsch und Thicho, sich der ehrenden Anerkennung zu erfreuen hatten. Der greise Wundarzt Herr Neu stein in Brody, einer der bestrenommirten Aerzte, hat als dankbare Anerkennung für sein verdienstliches Wirken während der früheren, namentlich aber seit der jüngsten