Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, dritter Jahrgang 5617 (1856-1857)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 62 (sequence 106)
- Language
- German
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62 weben, Dessin zeichnen *), Posamentirarbeiteu u. s. w. Zur Bereituna des Räucherwerkes gehörte auch pharmaceutische Wissenschaft. Die Werkzeuge finden sich allerdings nicht dabei angegeben. In den Propheten werden einige genannt; Senkblei, Zirkel, Richtschnur, Hobel, Hacke, Art, Hammer, Säge rc. Brod als das wichtigste Mittel der Nahrung wurde wohl frühzeitig von den Menschen bereitet. Wir führen es hier nur in so ferne an, als das »Schaubrod« im Heiligthume, wie es scheint, in künstlicher Weise bereitet wurde. Wie die Tradition angibt, war es auf beiden Seiten gleich gebacken, nämlich auf beiden Seiten gebräunt. Da auch Thierfelle bei dem Baue der Stiftshütte verwendet wurden, so geht daraus hervor, daß die Israeliten jener Zeit auch damit umzugehen verstanden. Wenn man auch gerade nicht behaupten kann, daß die Kunst überhaupt, mit Ausnahme von Lied und Gesang, ihren Ursprung wie bei anderen Völkern in der Religion fanden und von dieser getragen wurden; so ist es andererseits doch gewiß, daß die Stiftshütte, die unter Verhältnissen und auf einem Boden entstand, die nicht der Kunst günstig waren, das Vorbild für die spätern Heiligthümer war, den günstigeren Verhältnissen angemessen, in voller Pracht entstanden. Bei dem Baue des salomonischen Tempels, der nach dem Muster der Stiftshütte in größerem aber vollkommen proportionirtem Maße aufgeführt wurde, finden wir Israeliten, welche die Cedern des Libanon fällen und zimmern. Allerdings sind es da phönicische Baumeister, die die Leitung haben, und den Bau in der Weise leiten, daß er dem Höchsten und Größten, was die damalige Baukunst leisten konnte, entsprach. Hingegen *) Oreg, Rokem, Choschew. S. Saalschütz's Archäologie der Hebräer. S. 156.