Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, dritter Jahrgang 5617 (1856-1857)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 28 (sequence 72)
- Language
- German
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28 rum hodo) und die officiellen Schreiben des Divan hinzusetzten: »sein Gehorsam möge zunehmen« (üäet itaatuhu), gebrauchte der Gesandtschaftsattacho Stephan Gerlach von Knitlingen in Bezug auf Don Joseph die Wunschformel: »der reiche Jud, der Herzog von Naria, den doch der Kaiser (Sultan) bald absetzen mag!« 54) Wir wollen jetzt von Don Joseph Abschied nehmen. Er leidet an einem unheilbaren Uebel, dem Steine, das seine Auflösung bald herbeiführen wird. Seine Schwiegermutter und sein Bruder waren schon heimgegangen, auch seine einzige Tochter hatte er verloren; er war im Alter kinderlos. Almosnino's Traum, daß Don Joseph Ruhm erwerben und hoffnungsvolle Söhne zeugen wird, hat sich nur zum Theil erfüllt. Das war der größte Schmerz in seinem glücklichen Leben. Don Joseph starb am 2. August 1579, se) über sechzig Jahre alt. Der Kanzelredner Saadia Longo hat ihm eine verherrlichende Gedächtnißrede gehalten. Nach seinem Tode nahm sein Feind Mohamed Rache an ihm, er ließ seine reichen Schätze und selbst seine Möbeln versiegeln, um sie für den Fiscus einzuziehen. Nach welchem Rechtstitel dieses geschehen durfte, kann bei der türkischen Justiz keine Frage sein. Drei Defterdare wurden bei dieser Gelegenheit hingerichtet, die von Don Josephs Hinterlassenschaft Juwelen entwendet hatten. Vergebens verlangte seine Witwe, die Herzogin Rema, ihre Mitgift, die 90,000 Ducaten betragen haben soll; sie wurde nicht gehört. Auch der französische Gesandte an der Pforte, Herr de Juye, verlangte von Don Josephs Hinterlassenschaft die Entschädigung für die aufgegriffenen Maaren der französischen Kauffahrer und berichtet schon unter dem 13. August seinem Herrn, dem König Heinrich III., von dem Ableben des Herzogs von Naros, genannt Miquez. 57) Frankreich wird wohl schwerlich die Entschädigung erhalten haben. Zwei Monate später kam der Großvezir Mohamed, der Schwiegersohn des Sultans Selim, der Herrscher