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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1856-01-01 · Neue Folge, dritter Jahrgang 5617 (1856-1857) · p. Seite 11

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, dritter Jahrgang 5617 (1856-1857)
Date
1856-01-01
Page
Seite 11 (sequence 55)
Language
German
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IRI
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11 Papst auszuliefern, wenn er keinen Gewinn von dem ihnen gewährten Schutze haben sollte. Don Joseph und seine Schwiegermutter gaben sich daher die größte Mühe, den Bann gegen diejenigen, welche noch ferner nach Ancona Geschäfte machen würden, verhangen zu lassen. Sie bewogen die Rabbinen zu Eonstantinopel, mit ihrem Beispiele voranzugeben, und wandten sich schriftlich an die rabbinischen Gerichtshöfe zu Salonichi, Adrianopel, Brussa, Morea und andere, sich dabei zu betheiligen. 26) Als der Schmerz noch frisch war, waren die jüdisch - levantischen Großhändler bereit, dem Papste einen empfindlichen Schlag zu versetzen, aber nach und nach tauchten Handelsrücksichten auf, welche keine Gemüthlichkeit kennen. Der Hafen in Pesaro bot den Schiffen nicht diejenige Sicherheit wie Ancona, die Geschäftsverbindung mit der letzten Stadt ließ sich nicht mit einem Male abbrechen. Das Gewissen der Bedenklichen beruhigte sich außerdem damit, daß die ansäßigen Juden in Ancona nicht geringere Gefahr liefen, wie die Ln Pesaro, wenn der Papst durch den empfindlichen Verlust zu Repressalien gereizt werden sollte. Die Zwangsmaßregeln gegen den Papst stießen also auf Schwierigkeit. Aber alle diese Hindernisse spornten Don Joseph und Donna Gracia nur zu energischerer Thätigkeit an. Es kam vor allem darauf an, den rabbinischen Gerichtshof von Constantinopel einen einmüthigen Beschluß in diesem Sinne fassen zu lassen, weil die üb.igen türkischen Gemeinden ihren Beitritt davon abhängig gemacht hatten. Mehrere Rabbinen Constantinopels und namentlich Joseph b. Leb gingen ohne weiters aus den Wunsch des Ton Joseph ein, einige jedoch, darunter Josua Zunzin und Joseph, Rabbinen der deutschen Gemeinde, hatten Bedenklichkeiten, weil sie glaubten, die Gefahr der pesarensischen Juden sei geringer als die der anconenflschen, welche dem Zorn des Papstes zunächst ausgesetzt seien, und versagten ihren Beitritt. Um ihren Widerstand zu besiegen, veranstaltete Don Joseph täglich Sitzungen, die aber zu nichts

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