Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, dritter Jahrgang 5617 (1856-1857)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 8 (sequence 52)
- Language
- German
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8 nopolitaner Gemeinde, R. Joseph, wurde ebenfalls durch ihre Freigebigkeit erhalten und bezog wöchentlich von ihnen vierzig Asper. 19) Die Zeitgenossen waren unerschöpflich in Lobeserhebungen des Don Joseph und der Donna Gracia. Die trockensten Nabbinen erhoben sich zu poetischem Schwünge, wenn sie von diesen Personen sprachen. Als der Geschichtschreiber Samuel Usque aus Ferrara sein Werk: »Trost der Trübsale Israels« (consolagäo as tribulagoens de Ysrael) in Dialogform der Donna Gracia widmete (1553), nennt er sie »das Herz der portugiesischen Auswanderer, weil sie anr tiefsten die Leiden ihrer Nation empfunden.« Er möchte ihr, sagt er, alles, was er ist und leistet, widmen für die unzähligen Wohlthaten, die er von ihrer freigebigen Hand empfangen; ihr Name und ihr Andenken seien für die Ewigkeit in das Herz des jüdischen Volkes eingegraben. *0) Der Rabbine Zunzin sagt von Donna Gracia: »sie ist die Krone Israels, die ihr Hans durch Weisheit, Heiligkeit und Frömmigkeit erbaut; sie unterstützt mit ihren Schätzen die Hand der Dürftigen und Leidenden und rettet von geistigem Tode diejenigen, welche Israel untreu zu werden im Begriffe sind. Sie baut Häuser für die Lehre, sorgt für die Bedürfnisse der Talmudisten, sucht jeden Streit und jedes Zerwürfniß zu schüchtern«2*) Der Dichter und Kanzelredner Saadia Longo rühmt sie mit den Worten: »Sie hat vermöge ihrer männlichen Thaten aufgehört Frau zu sein, und doch ist sie Mutter aller derer, welche den Weg des Herrn wandeln wollen.« 22) Ein spanisch-jüdischer Schriftsteller Jmanuel Aboab sagt: »Wollte man von den Tugenden und Thaten der Donna Gracia erzählen, so müßte man ganze Bücher voll schreiben.« 2S) Die Zeitgenossen nannten sie schlechthin »die Fürstin« (lia- Gebira) oder die »ruhmwürdige Fürstin« (ha-Matirali), »derenNamen überall gefeiert ist,« ja sie genoß eine fast noch größere Verehrung als ihr Schwiegersohn, weil sie mit ihrem reichen Gemüth und ihrer unermüdlichen hingebungs-