Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, dritter Jahrgang 5617 (1856-1857)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 7 (sequence 51)
- Language
- German
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7 nem Eompagnon Doarte Gomez ein Geschäft anlegen und ihr einen Antheil an dem Gewinne abgeben sollte. Wir werden sehen, welch' ein verwickelter Proceß daraus entstanden, und wie gewissenhaft sich Donna Gracia dabei benommen hat. Don Samuel oder Don Mose war wahrscheinlich in Ferrara geblieben, um dieHandelsverbindungen, die sein Bruder mit Frankreich angeknüpft hatte, abzuwickeln. Die Anwesenheit des Don Joseph, wie unser Held von jetzt an heißt, in der türkischen Hauptstadt konnte dem Sultan Soliman nicht entgehen. Don Joseph ragte durch Reichthümer, Schönheit und Erfahrung zu sehr hervor, er kannte die politischen Verhältnisse Europa's gründlich, war überhaupt der Mann, wie ihn ein Herrscher mit weitgehenden Plänen gebrauchen konnte; außerdem war er dem Sultan durch Herrn de Lansac, französischen Gesandten am päpstlichen Hofe, empfohlen. Soliman der Große, welcher sich als einzigen Kaiser der Welt und sämmtliche europäische Fürsten, den Kaiser des heiligen römischen Reiches mit einbegriffen, nur als kleine Fürsten betrachtete, ging damit um, Oesterreich und Spanien zu schwächen. Er mußte daher Gefallen an einem Manne finden, der mit den politischen Angelegenheiten der Hauptstaaten Europa's vertraut war. Er zeichnete ihn sehr aus und wandte ihm seine Gunst zu. Doch verlautet von seinerpolitischen Rolle in den ersten Jahren seines Aufenthaltes in Constantinopelnichts, desto mehr aber von seinem und Donna Gracia's Wohlthätigkeit imb frommem Sinne. Sie gründeten gemeinschaftlich ein Lehrhaus (Jeschibah), worin gelehrte Rabbiner auf ihre Kosten unterhalten wurden. Als der Rabbine Joseph b. Leb, der aus Deutschland nach Salonichi eingewandert, aus Gram über die Ermordung seines Sohnes und wegen Mißhelligkeiten mit seinen College« seinen Wohnsitz verlassen und nach Constantinopel gekommen war, stellten ihn Don Joseph und seine Schwiegermutter an und besoldeten ihn reichlich. Der Rabbine der dentsch-constanti-