Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, zweiter Jahrgang = Jahr 5616 (1855-1856) (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 344 (sequence 347)
- Language
- German
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344 Treppen für leichte und zweckmäßige Communication die größte Sorge getragen. Die Beleuchtung des Innern geschieht durch die in der Seitenfa§ade angebrachten großen Fenster und durch drei Oberlichten in der Decke des Mittelschiffes. Die Decke der drei Schiffe ist casettenförmig angeordnet und durch eine Verbindung mit schmiedeisernen Trägern und Mauerwerk vollkommen feuerfest construirt. Was den für das Gebäude gewählten Baustyl betrifft, so wurden mit Rücksicht auf das zu verwendende Material der Ausbildung der architectonischen Formen orientalische Motive zu Grunde gelegt, wie sie sich in der byzantinischen und arabischen Bauweise entwickelten, um dem Gebäude einen seiner Bestimmung als israelitisches Bethaus entsprechenden Ausdruck zu verleihen. Die Fanden sollen durchweg im Ziegel¬ und Steinbau, ohne den so wenig monumentalen Vorputz, ausgeführt werden, mit Berührung der jedem Material eigentümlichen Farbe und seiner Fähigkeit für künstlerische Ausbildung. Das Innere wird durch die Anwendung der gußeisernen Säulen den höchsten Grad von Leichtigkeit und Eleganz erhalten und es wird die Decoration der Wände und der Decken, dann die Ausschmückung der Gallerien und Sitzplätze eine diesem entsprechende zierliche Ausbildung erhalten. Der Plan dieses Baues, der eine schon durch seinen Styl interessante und bedeutende Zierde der Stadt sein wird, ist vom k. k. Professor Herrn Ludwig Förster entworfen, nach dessen Plänen die Gumpendorfer Kirche, ein Theil des neuen k. k. Arsenals und der Pester isr. Tempel gebaut wurde, oder im Bau begriffen ist. Die Ausführung des Mauerwerkes ist dem Baumeister Herrn Halmschläger, die Zimmermannsarbeiten Herrn Wisgril, die Steinmetzarbeiten Herrn Wafferburger anvertraut. Die Schlosserarbeiten wird Herr Bauen der erste bürgerliche Schlossermeister jüdischer Confession in Wien, ausführen. Die Tischler-, Glaser-, Stukatorarbeiten werden erst später, wie alle obengenannten, im Concurrenzwege vergeben werden. Der Ban, der monumental ausgeführt wird, muß contractmäßig zum Rosch-haschonafest 1857 zur Einweihung vollendet sein.. rn'Utf und Papier von VtopoN?0!IIIII.'