Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, zweiter Jahrgang = Jahr 5616 (1855-1856) (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 346)
- Language
- German
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Der Tempel in der LeopoWadt in Wien. (Beschreibung zur beiliegenden Abbildung.) Der Tempel, dessen vordere Fa^ade der wallischen Gaffe zugekehrt ist, erhebt sich, auf beiden Seiten frei, zwischen zwei Nebengebäuden, von welchen er zu beiden Seiten durch einen fünf Klafter breiten Hof getrennt ist. Von der wallischen Gaffe aus gelangt man über einige Stufen und durch eine nach außen offene Vorhalle in den inner» Vorraum, der in das 6^2 Klafter breite, 15y4 Klafter lange und 13 Klafter hohe Mittelschiff führt, an welches sich zu beiden Seiten die 4 Klafter breiten, etwas niedrigeren Seitenschiffe anschließen und an dessen, dem Haupteingange gegenüberliegendem Ende, nach Osten zugekehrt, auf erhöhtem Raum die heilige Lade, das »Al Memar« und die Kanzel, sowie links und rechts Logen für die Vorsteher und die Sänger angeordnet sind. Die das Mittelschiff von den Seitenschiffen trennende Mauer wird durch gußeiserne Säulen und Bögen getragen, ebenso werden die in den Seitenschiffen doppelt übereinander angebrachten Gallerien durch dünne gußeiserne Säulen gestützt, um den Blick der Besucher durch diese Stützen möglichst wenig von dem Innern zu verdecken und das Ganze als Einen großen freien Raum erscheinen zu lassen. Durch diese Anordnung war es außerdem möglich, eine viel bedeutendere Anzahl Sitz- und Stehplätze in das Gebäude zu bringen, als bei Anwendung von breiteren steinernen oder gar gemauerten Pfeilern möglich gewesen wäre. Die Anzahl der Sitze vertheilt sich auf die einzelnen Räume in folgender Weise: Im Mittelschiff werden sich 412, in den Seitenschiffen zusammen 628 Sitze befinden, während die beiden Gallerien zusammen 1300 Sitze aufnehmen, somit 2240 Sitze und noch ein für 1500 Personen hinreichender Platz zum Stehen übrig gelassen ist. Die in dem vorderen Theite des Gebäudes links und rechts von der Vorhalle angebrachten geräumigen Treppen sind durch eigene Ein» gange in der Seitenfa^ade zugänglich und führen zu den für die Frauen bestimmten Gallerien; eine andere Treppe befindet sich zu demselben Zweck in dem hintern linkseitigen Verbindungstract und es ist in der Anordnung der Zugänge und