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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1855-01-01 · Neue Folge, zweiter Jahrgang = Jahr 5616 (1855-1856) (1855) · p. Seite 309

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, zweiter Jahrgang = Jahr 5616 (1855-1856) (1855)
Date
1855-01-01
Page
Seite 309 (sequence 312)
Language
German
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IRI
…/2609281-2609284--2822-2610165
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T 309 gefuitbcu tu allen Breitengraden; sie sind mir bis hieber treu übers Meer gefolgt. Ja, beim Himmel! diese Sühne der Familie Schnorr bilden eine ewige (mit der Zeit allerdings kostspielige) Verbindungskette zwischen uns Allen, die wir zerstreut sind auf derOberfläche dieses Planeten, zurSchmack und zur Schande, zur Buße und zur Sühne, zur Warnung und zum Erempel — mit und ohne Reisepässe uon unseren respectiven Landesregierungen. Außer der Familie von Schnorr hat, so lange ich lebe, nur noch ein einziger Mensch im Namen des Judenthums Ansprüche an mich gemacht. Das ist scholl lange her. Das war genau acht Tage nach meiner Geburt. Dieser Herr hieß Reb Mansche Schimme. Er trug ein fuchsrothes Bärtelein und an den Dallwen lange Nägel. Als er mir dazumal vorgestellt wurde, glaubte ich, es sei ein Gentleman, der eben von der Tafel aufgestanden war, und auf meine Gesundheit trinken wollte, denn er hatte ein zierliches blankgeschliffenes Dessertmesserchen in der Hand und einen Becher mit Wein neben sich. Weiter erinnere ich mich an nichts. Aber als ich später zu Verstand kam, erfuhr ich unter andern haarsträubenden Wahrheiten auch, wer Reb Mansche Schimme war, uub Hab' ihn nie letbeu mögen, obwohl er mir oft, wenn ich vor seinem Laden vorbeiging, freundlich grtitfenb getrocknete Pflaumen üt die Hand schob. Wie gesagt, außer diesem Gentleman mit den langen Daumennägeln und den Vätern der zehntausend unversorgten Jungfrauen hat das Judenthum als solches nie Ansprüche an mich gemacht. Da, geehrter Freund, wünschen Sie von mir einen Beitrag für Ihr geschätztes Jahrbuch. Je schmeichelhafter dieser Wunsch für mich ist, desto peinlicher meine Lage. Mansche Schimme Esq. nahm im Namen des Judenthums ungebeten was er eben fand; für die Vettern aus Polen habe ich immer kleine Münze; aber für's Jahrbuch wahrhaftig keinen Stoff, keinen würdigen Gedanken. Das Thema soll, der Tendenz Ihres Almanachs gemäß, aus dem Leben des Jndenthums herausgegriffen sein,

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