Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, zweiter Jahrgang = Jahr 5616 (1855-1856) (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 258 (sequence 261)
- Language
- German
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258 lich angegebenen »Fußes« herumzankt, demselben Bärele eine Stunde darauf Vorwürfe machen können, daß sich der Lehrer über ihn beklagt, und daß in seinen Kopf nichts hineiugehe, weder Bibel, noch Rechnen, noch Rechtschreibung und Sprachlehre? Wie soll der Vater auf der »Höhe« persönlichen Ansehens stehen können, wenn ihm ein Bärele vorwerfen darf, nicht »er« sondern »er« habe in der Karte sich geirrt, und die Additionsfehler im Zusammenzählen der »Füße« seien vom Vater, und nicht von ihm gemacht worden? Die Folgen einer so weisen Erziehung konnten natürlich nicht ausbleiben. Bärele mochte thun was er wollte oder auch nichr wollte, es kümmerte dies ben genügsamen Rebb Ascher nur wenig. Jedes Hindeuten auf die Zukunft, daß man das Kind doch nicht wie ein Roß aufwachsen lassen könne, daß es doch etwas Anderes noch gäbe, als die Kunst, einen Franzefnß zu spielen, wurde von dem schweigsamen Manne gewöhnlich mit wenigen Worten abgefertigt. »Laßt mir nur mein Bärele, wie ihn Gott geschaffen hat, ich will ihn gar nicht anders. Warum? ist Franzefnß spielen keine Kunst? Und soll nicht jeder Mensch eine Kunst können? Mein Bärele hat für das Genie, und er wird's damit weiter bringen als Mancher, der in seinem Leben keine Karte augerührt hat. Denn wenn sich Einer auf Franzefnß versteht, hat er zu allem Uebrigen auch Verstand. Schadet es mir, daß ich es spiele? schadet es meiner Hindel? Es geht uns Beiden ganz wohl, und jedes Judeukind könnt' sich wünschen, wenn es so ausseheu könnte, wie ich und meine Hindel.« Hindel selbst wurde nach einem so feinen Eomplimeute noch einmal so »breit« und blähte sich auf wie ein Pfauenrad; denn sie war au dem wundesten Flecke ihrer Seele angenehm berührt worden. »Ja, laßt mir nur mein Bärele, wie es ist, »sagte sie daun gewöhnlich, und nahm dabei eine hochtrabende Miene an. »Was wollt Ihr von ihm? Geld wird das Jüngel