Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, zweiter Jahrgang = Jahr 5616 (1855-1856) (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 253 (sequence 256)
- Language
- German
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253 Bärele's achtem Jahre in seiner ganzen Bedeutsamkeit zu Tage; es war ein denkwürdiger Moment. Von freien Stücken, als wäre plötzlich eine Offenbarung über ihn gekommen, sagte Bärele eines Tages, nachdem Rebb Ascher seiner Hindel einige Spiele abgewonnen hatte und sie darüber sehr verdrießlich geworden war: »Was wett'st Du mit mir, Vaterleben, daß ich Dir den ersten Franzefuß gleich abgewinne?« Nun haben wir bereits gesagt, daß Rebb Ascher keineswegs zu den gesprächigsten Menschen gehörte; wie jeder Spieler aus langer Gewohnheit hatte er sich säst das Reden abgewöhnt, denn es sott das Glück »verschreien;« aber diesmal brach der lange zurückgedämmte Redestrom gewaltig hervor. Erst »schüttelte« er sich, wie man sagr, einige Minuten vor Lachen aus, das ihn fast zu ersticken drohte, dann ries er mit einer Stimme, aus der Jubel und Spott, Freude und Hohn zugleich heraustönten: »Du wittst mit mir spielen, Bärele? Du wittst mir einen Franzefuß abgewinnen? Was sagst Du zu dem Jüngel, Hindel?« »Was wett'st Du mit mir, Vater?« wiederholte noch einmal Bärele. »Sott ich leben und gesund sein,« schrie dagegen Rebb Ascher, »das Kind meint es im Ernst! Mit mir also, mit Ascher Spitz wittst Du spielen, dem selbst deine Mutter Hindel, die sich doch gut darauf versteht, nicht beikommen kann? Bärele, was sättt Dir nur ein? Hast Du Dir's auch gut überlegt, in was Du Dich einlassen wittst? Ich sag' Dir, es ist kein Spaß, mir Ascher Spitz einen Franzefuß zu spielen! Größere Leut' wie Du möchten sich früher den Finger auf die Stirne legen und sich fragen: Sott ich? oder sott ich nicht?« »Ich sag' Dir ja, Vater,« meinte Bärele mit einem Tone, den ein gewisses Gekränktsein dnrcbklang, »ich sag' Dir's ja, ob Du mit mir wetten wittst?« Nun warf Rebb Ascher einen merkwürdigen Blick voll