Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, zweiter Jahrgang = Jahr 5616 (1855-1856) (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 236 (sequence 239)
- Language
- German
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236 wovon bereits mehrere Thelle erschienen sind, wird eine fühlbare historische Lücke ansfüllen, und findet in und außer Italien großen Anklang. Die Advocaten Masserani und Suffani in Mailand und Di.Lombroso in Verona schreiben über verschiedene Gegenstände der Jurisprudenz, der Nationalöconomie und der Aesthetik, und Frau Eugenia Pavia Gentiluomo hat mehrere Bände schöner und ergreifender Gedichte herausgegeben. Unter den bildenden Künstlern befinden sich drei Maler zu Venedig, zwei zu Mailand, vier zu Mantua. Der Mailänder Maler Coön ist besonders in der Perspectivzeichnung ausgezeichnet, wie er es auch in der Photographie, welcher er sich vorzugsweise widmet, sehr weit gebracht hat; der Maler Mila erlangte zu wiederholten Malen Preise in der historischen Malerei. Die Anstrebungen der lombardisch-venetianischen Israeliten in Künsten und Wissenschaften fanden sowohl in der allerhöchsten Gnade des Monarchen, als durch die Auszeichnungen ihrer Mitbürger ihre Würdigung. Di-. Namias wurde zum wirklichen Mitglied des k. k. Institutes zu Venedig ernannt, woran Dr. Asson und Professor Luzzatto correspondirende Mitglieder sind. Die beiden Seeretäre des Athenäums, Di\ Asson und Advocat Forlis sind nebst fünf andern Israeliten Mitglieder des academischen Raches. Die Academie von Padua, das Athenäum von Treviso und andere gelehrte Gesellschaften haben ebenfalls deren mehrere aufzuzählen. Unter den vier außerordentlichen Rächen der Academie der schönen Künste zu Venedig nimmt der Ritter von Treves, der bekannte Kunstmäcen, eine allsgezeichnete Stelle ein. Die Israeliten des lombardisch-venetianischen Königreichs legeri somit dar, daß sie in den verschiedensten Lebensberufen die ihnen angewiesene Stelle wohl auszusüllen verstehen, und wenn dereinst die allerhöchste Huld die volle Gleichberechtigung zugesteht, so wird ihr dadurch gehobenes und beachtetes Wirken sich um so gemeinnütziger Herausstellen.