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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1855-01-01 · Neue Folge, zweiter Jahrgang = Jahr 5616 (1855-1856) (1855) · p. Seite 202

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, zweiter Jahrgang = Jahr 5616 (1855-1856) (1855)
Date
1855-01-01
Page
Seite 202 (sequence 205)
Language
German
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IRI
…/2609281-2609284--2715-2610058
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202 zum Giebelbau bei St. Stephan von einem Juden gezeichnet und die erste Spende zum Bau des neuen israelitischen Tempels in Wien von einem Christen dargebracht wurde. Es war der Associo einer unserer ersten Fabriksfirmen. Zn Leipzig hat übrigens die Stadt 200 Thaler Zuschuß für den israelitischen Kultus bewilligt und christliche Mitbürger haben für 20.000 Thaler Aktien dort zu dem Synagogenbau gezeichnet. Frau Marie v. B., Inhaberin einer Anstalt für weibliche Arbeiten in Wien, sah eines Tages zwei kleine zerlumpte Judenjungen, welche Schwefelhölzchen zum Verkauf herumtrugen. Der Gedanke wurde in ihr rege, die kleinen Vagabunden zu ordentlichen Menschen zu machen. Sie erfuhr, daß es Waisenkinder seien, die, in die Welt hinausgestoßen, ihre Existenz in dieser Art fristeten. Sie nahm sich ihrer liebreich an, sorgte für Kleidung und Unterricht, und durch das Entgegenkommen des israelitischen Handwerkervereins zu Wien wurden die Kinder bald in die Lehre untergebracht und gehören jetzt zu den bravsten Zöglingen des Vereins. Im Mittelpunkt derResidenz hat eine bürgerlicheOebstlerin seit vielen Zähren ihren Verkanfsstand, berühmt durch Auslegung des schönsten Obstes, das die Jahreszeit oder das künstliche Treibhaus bietet. Unter dieser: letztern bemerkten wir jüngst eine Anzahl zur Seite gestellter Einzelsrüchte. Auf die Frage, was es denn damit für eine Bewandtniß habe, erhielten wir zur Antwort: »Die gehören für meine armen Juden, die zum neuen Jahr auch neue Früchte brauchen, um den Segen darüber zu sprechen (Schechejoni zu macherr) und nicht das Geld haben, um sich welche zu kaufen. Herrn Med. Dr. Sigmund Reiß, welcher durch seine Verwendung beim israelitischen Handwerkervereine öfter in den Fall kommt, Erfahrungen in der bezüglichen Richtung zu sammeln, verdanken wir folgende interessante Mittheilnngen: Ein wahrer Armenvater für hiesige jüdische Hausirer

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