Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, zweiter Jahrgang = Jahr 5616 (1855-1856) (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 192 (sequence 195)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2609281-2609284--2705-2610048- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
192 Dr.juris Heinrich Lederer, der geistvolle Lustspieldichter, aus Prag gebürtig, lebt seiner Muse in Dresden. Leopold Feldmann fährt fort, sowohl die Hofals die Vorstadtbühnen Wiens mit den Spielen seiner heitern Muse in beifällig ausgenommenen Erzeugnissen zu erheitern. In der Tonkunst schließen sich neue hervorragende Leistungen an frühere an. Zu Sängerinnen ersten Ranges haben sich die beiden Töchter des Obercantors Sulzer ausgebildet. Als solche sind sie im königlichen Opernhause zu Lissabon mit glänzenden Gehalten angestellt. Aber nicht nur als ausgezeichnete Künstlerinnen verdienen sie hier einen Ehrenplatz: diese braven Mädchen verwenden nämlich alle ihre Ersparnisse, um ihre Eltern in der Versorgung der zahlreichen Familie zu unterstützen. Der Violinist Hauser bringt unfern nationellen und konfessionellen Namen in Weltgegenden zu Ehren, wo beide früher wohl kaum gekannt wurden. Die feine Gesellschaft in Lima und zu Sydney, und selbst Königin Pomare im reizenden Eilande der Südsee bezaubert das Tonspiel eines österreichischen Juden. Anmuthige Schilderungen seiner Reiseerlebnisse wurden von der »Ostd. Post« in Briefen veröffentlicht, die hoffentlich gesammelt erscheinen werden. Winternitz, als Clarinettist an der Hofcapelle zu Stuttgart angestellt, ist ein geborner Prager. Ein Meister aus der Violine ist bekanntlich Joseph Joachim Weinersdorser, jetzt königlich hannoveranischer Hofcapellmeister; Edmund Singer, ebenfalls Violinvirtuos, ist als großherzoglich weimar'scher Hofconcertmeister angestellt. Leo Kern in Pest componirte eine Oper: »Benvenuto Cellini«, die mit Beifall im Pester Nationaltheater ausgeführt wurde. Strauß zählt zu den ersten Violinisten des musikalischen Wiens. In welchem ehrenwerthen Verhältniß die israelitische Jugend Oesterreichs humanistischen und Realstudien obliegt, wird durch nachstehende zu Ende des vorigen Jahres in der