Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, zweiter Jahrgang = Jahr 5616 (1855-1856) (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 155 (sequence 158)
- Language
- German
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155 scripten entnommene Actenstücke zur Aufhellung der Geschichte »Saul Wahls,« des jüdischen Reichstagsmarschall in Polen. — Für Talmudforscher ist das »Beth Nathan« von Coronet von Interesse, welches manche abweichende Lesearten im Traet. Berachoth, nach einem alten Coder enthält. Anch die in Edirung begriffene »Lehitta N6kud6268« zu Traet. CHulin ist zu erwähnen. — Die vollständige Übersetzung des Buches »Cusari,« mit sachgemäßem deutschen Commentar von David Cassel verdient die Anerkennung und Würdigung aller Freunde der jüdischen Religionsphilosophie. Möge es Murrt gelingen, seine franz. Uebersetzung von Maimonides Noreh nebst arab. Originale ebenfalls bald ans Licht treten zu lassen! — Airs dem Gebiete der Geschichte der Juden sind es vorzugsweise zwei noch nicht abgeschlossene Werke, welche die Arrfmerksamkeit auf sich lenken, nämlich: Grätz, »Geschichte der Juden vom Untergang des jüd. Staates bis zum Abschluß des Talmud« (zugleich als 4. Band seines Gesammtwerkes) und Herzseld »Geschichte des Volkes Israel von Vollendung des zweiten Tempels bis zur Einsetzung des Makkabäers Simon« (wovon unsers Wissens bis jetzt nur zwei Lieferungen erschienen sind). Während bei Grätz sowohl geistreiche Ausfassnng als jüdisch-nationaler Sinn zu loberr ist, und den Leser ungemein fesseln: veranlassen ihn zu weit gehende Conjecturen, ausgestellte individuelle Meinungen mitunter schon zu geschichtlichen Thatsachen zu stempeln. Daß er den noch lebenden Veteran der jüdischen Geschichtschreibung, Jost, in dem Vorworte ganz überging, erregt Mißstimmung. Grätz's Werk wird aber einem künftigen Geschichtschreiber zur unerläßlichen Unterlage dienen. Die Fortsetzung wird allgemein mit Begierde erwartet. — Herzseld arbeitet mit Fleiß und Gründlichkeit, und nicht ganz ohne Tendenz für sein Reformsystem. — Noch sind einige minder bedeutende historische Schriften zu erwähnen, als: Heffner, »die Juden in Franken,« Schaab, »diplomatische Geschichte der Juden zu Mainz,« Wunderbar, »Geschichte