Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, zweiter Jahrgang = Jahr 5616 (1855-1856) (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 97)
- Language
- German
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Schullehrers Paradoxa. Von Simon Szäntü, Vorsteher einer Erziehungs-Anstalt in Wien. Paradoxon ist eine absonderliche Behauptung, welche gewohnte Ansichten und überkommene Meinungen mit einem Ruck aus den Fugen bringt. Ehrliche Leute, mit einer wohlfeilen, gesunden Vernunft, müssen daher in gerechtem Entsetzen die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, wenn so ein Paradoron wie ein Wetterschlag aus heiterm Himmel sie verdutzt und Alles über den Haufen wirft, was sie ihre Ueberzeugung nennen» Schullehrer ist aber gerade so parador, zu behaupten, manches Paradoron sei gar nicht so gefährlicher Art. Ja, er will bemerkt haben, daß, wenn es irgendwo anders und besser werden soll, da geht es ohne Paradoxon gar nicht dabei ab. Denn just darum sind alle Fortschritte in der Welt gemacht worden, weil man die alten Brillen durch neue und blanke Gläser ersetzt hat. Schullehrer und vor und mit ihm andere viel gescheidtere Menschen halten's auch in vielen Stücken anders, als manche Leute glauben. Er will daher hier einige Paradora zum Besten geben, und zwar nur solche, von denen er aus Erfahrung weiß, daß sie vielen seiner lieben Landsleute und Glaubensbrüder bis heute nicht ganz einleuchten wollen, als zum Beispiel: A. Die Lehrerwahl. 1. Viele Leute glauben, Schüler seien Gäste, die man zu einer Mahlzeit geladen, und schließen darurn so: Je mehr