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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1855-01-01 · Neue Folge, zweiter Jahrgang = Jahr 5616 (1855-1856) (1855) · p. Seite 84

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, zweiter Jahrgang = Jahr 5616 (1855-1856) (1855)
Date
1855-01-01
Page
Seite 84 (sequence 87)
Language
German
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84 Wechselfällen unterworfen. Er ist ein unmittelbares Glied der elektrischen Kette menschlicher Bestrebungen von einem Ende der Welt bis zum andern. Was am äußersten Puncte sich bewegt, das trifft und berührt ihn. Da tritt das Bewußtsein ein, daß alle Chancen nicht berechnet werden können. Er weiß es nicht und kann es nicht wissen, wann der Tod mit seiner kalten Hand eine Persönlichkeit erfaßt, auf die die Augen der Welt gerichtet sind; eben so wenig als er es berechnen kann wie die Elemente sich gegen die größte Macht auf Erden verbinden. Darum überläßt er sein Geschick der höchsten Macht. Israel mit seinem luftigen Besitze hat es gar oft und häufig erfahren, wie Gott allein es war, der dasselbe beschützt und beschirmt hat, wie er über dasselbe gewacht, und darum ist es ihm treu ergeben geblieben, und wenn auch da oder dort ein Blatt oder Reis abgefallen ist, »der Stamm, der heilige«, ist geblieben. Armuth und Elend haben die Wurzeln nicht verkümmern lassen; das Herzblut hat sie getränkt, die Geistesstrahlen sie befruchtet. Abgesehen von dem ungewissen Besitze kam noch ein. anderer Grund hinzu, der die Verarmung beförderte, und das ist, daß in kaum mannbarer Fülle, wo die Bedingungen des Lebensunterhaltes abgingen, Heirathen geschlossen wurden. Der Nachtheil war ein zweifacher: Die Jugend konnte nicht stark und kräftig sein ltub der Segen kam mehr unb öfter als er gewünscht wurde. Wir können auch einen dritten Pnnct dabei nicht außer Acht lassen. Bei den frühzeitigen Heirathen konnten die Kinder nicht die körperliche Kräftigung und Vollendung erhalten. Daher rührt so manches verkümmerte Aussehen, so mancher Schwächling. Der berühmte Verfasser des Vicar of Wakefield meint zwar, daß er stets der Meinung gewesen sei, derjenige leiste dem Staate die größten Dienste, der ihn durch die Zahl der Personen vergrößert. Und wer wollte es auch in Abrede stellen, daß Kinder ein Segen Gottes sind. »Sie sind wie die Waffe in der Hand des Starken;« aber wer wollte es auch läugnen, daß sie manchmal nicht die Reben sind, die

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