Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, zweiter Jahrgang = Jahr 5616 (1855-1856) (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 68 (sequence 71)
- Language
- German
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68 Lehrer stehenden Premierlieutenant Burg von der ersten Artilleriebrigade nicht zum Hanptmann von der Armee ernennen, und verspreche mir von seiner geistigen Ausbildung, er werde noch zur Erkenntniß der Wahrheit und des Heils des christlichen Glaubens gelangen. Seinen nützlichen Diensten lasse ich gerne Gerechtigkeit widerfahren und für die Bearbeitung seiner Lehrbücher mögen Eure königliche Hoheit ihm die beiliegenden fünfzig Thaler in Gold als Gratistcatiou zustellen lassen. Berlin, den 6. December 1830. Gez. Friedrich Wilhelm.« Um Burg zu schonen, setzte ihn der Prinz weder von dem über ihn erstatteten Bericht, noch von denr Inhalt der Eabinetsordre in officielle Kenntniß, sondern theilte ihm in einem Schreiben nur den Ankauf von 26 Eremplaren und die Bewilligung der Gratification mit. Nach solchem entschiedenen Nein des Königs noch einer Hoffnung Raum zu geben, dazu gehörte die seltene Zuversicht auf den König der Könige, wie sie Burg eigen war. Lassen wir ihn bei diesem merkwürdigen Abschnitte seines Lebens seilten Seelenzustand selbst schildern. »Ich muß gestehen,« schreibt er, »daß mich der Inhalt der Cabinetsordre, wie väterlich sie auch theilweis abgefaßt war, überaus betrübte, und mich in eine peinliche uub sehr unruhige Lage versetzte. Das hatte ich durchaus nicht erwartet, das konnte ich, nachdem was bis jetzt vorgefallen war, und zu meinen Gunsten sich neigte, nicht erwarten. Hätte Se. Majestät geschrieben: »Ich fühle mich nicht bewogen« oder »ich fühle mich nicht veranlaßt,« so wäre mir doch wenigstens die Hoffnung geblieben, daß der König sich, wenll * die Zeit da sein würde, vielleicht dennoch bewogen oder veranlaßt fühlen würde, mich zu avanciren. Aber dieses »Ich kann nicht,« dieses so bestimmt ausgesprochene, alle Hoffnung abschneidende »Ich kann nicht,« klang mir wie ein für alle Zeiten geltendes Verdammuugsurtheil und ließ mich mit trüben Blicken in die Zukunft schauen. Und sonderbar