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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1855-01-01 · Neue Folge, zweiter Jahrgang = Jahr 5616 (1855-1856) (1855) · p. Seite 55

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, zweiter Jahrgang = Jahr 5616 (1855-1856) (1855)
Date
1855-01-01
Page
Seite 55 (sequence 58)
Language
German
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IRI
…/2609281-2609284--2568-2609911
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55 für den man etwas zum Essen übrig Lassen mußte und beim Tischgebet mit zuzog. Ein jeder batte zum Gebrauche bei Tische, da durch das Angreisen der Speisen mit den Fingern eine öftere Reinigung derselben nöthig ward, eine Serviette bei sich, die man nach der Schule Hillel's auf den Polster, nach der Schammai's auf den Tisch legte (Berach. 8,3). Beim Essen selbst wurde nichts gesprochen und ein langsames Essen empfohlen (Berachoth 54), während des Austragens jedoch unterhielt man sich sowohl mit ernsten als erheiternden Gesprächen, mit Räthseln (Nicht. 14, 12—14), später mit Musik, Spiel und Tanz, letztere werden jedoch nicht von den Gästen, sondern von eigens dazu bestimmten Personen ausgeführt (Ps. 69, 13, 35, 16. Nicht. 14, 12). Die Frauen aßen nicht gemeinschaftlich mit den Männern, daher Vasthie nicht bei dem Gastgelage der Männer erscheinen wollte (Esth. 1, 9. Sam. 2, 13; jedoch Dan. 5, 2). Man hielt es für Pflicht auch die Armen einzuladen, um ihnen einen fröhlichen Tag zu bereiten (5. M. 16, 10. K. 26, 12. Siehe auch Barach). »Wer die Armen speiset, dem wird das Leben verlängert.« Am Schluffe der Mahlzeit wurden die Gäste mit Weihrauch und anderen wohlriechenden Dingen (Barach 6. Beza 2, 7), besonders anr Barte eingeräuchert, was auch beim Eintritte geschah, wo ihnen auch dazu die Füße gewaschen wurden. Neben den Speisen wurden auch Geschenke, Festkleider ausgetheilt, oft mit besonderer Ceremonie (Spr. S. 9, 2—5; Beza 5, 7. Bartuaria). Sobald die Tafel beendigt ward, wurde der Raum zwischen den Ruhebetten ausgefegt und von den abgefallenen Brosamen w. gesäubert (Beza 2, 7. Barach 8. 3).

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