Mannheim
Compact Memory

Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1855-01-01 · Neue Folge, zweiter Jahrgang = Jahr 5616 (1855-1856) (1855) · p. Seite 50

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, zweiter Jahrgang = Jahr 5616 (1855-1856) (1855)
Date
1855-01-01
Page
Seite 50 (sequence 53)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2609281-2609284--2563-2609906
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

50 Man hatte ferner drei Arten von Kesseln: I. einen runden Topf, der vermuthlich (da der im 2. M. 36, 18. vvrkommende als Waschbecken der Priester gebraucht wurde) zum Abwaschen des Fleisches benützt ward; 2. einen Kessel, worin man vor dem Kochen das Wasser wärmte. Daß dies Geräth einen Kessel bedeutet, ist aus 1. Chr. 35, 13. ersichtlich; 3. einen Kessel, worein das Fleisch gelegt (Mich. 3, 3) und die Speisen völlig gekocht wurden. Außerdem hatte man noch kleine Schusseln, Mörser und Gabeln mit drei Zinken, um das gekochte Fleisch herauszunehmen, Zangen, Schaufeln und Kochlöffel (Beza 1, 7. und Bartenora). Was die Tischgeschirre betrifft, so ist zu bemerken, daß die Israeliten, wie noch heute die Araber und andere asiatische Völkerschaften, wed«er Tisch noch Stuhl, noch Tischwäsche, noch Messer, Löffel und Gabeln hatten. Die Speisen wurden mit den Fingern auf den Brodkuchen gelegt und ohne Messer und Gabel verzehrt. Auch die Brühe schöpfte man gewöhnlich mit Brodstückchen aus (Sp. S. 19, 24, 26, 15. Nicht. 2, 14). Statt der Teller hatte man ein, einem hölzernen Teller ähnliches dünnes Stück Brod vor sich, statt des Tischtuches diente ein Stück Leder, das um den Rand herum Löcher hat oder mit Ringen versehen ist. Durch diese Oeffnung geht eine Schnur, mit welcher man nach dem Essen das Ganze wie einen Beutel zummmenzieht und mit den hineingelegten Tischgerätheu aufhängt. Zuweilen wird aus dies Leder statt des Tisches ein fußhoher Schämet gestellt, auf den mau nur die Schüssel setzt. Zu den Trinkgefäßen gehörte der Kelch und der Becher, letzterer ein kleineres Gefäß, womit man aus ersterem schöpfte, und standen sie im Verhältnisse wie unsere Punschterrinen zu den Gläsern. Ein Krug, ein Trinkgeschirr für Reisende, ein Oelkrug, ein Krug zum Seihen des Weines, ein Seihetuch und den ägyptischen Weinkorb (Mischnah Sabbath 20, 2). Die Trinkgefäße waren ans Holz oder geringem Metall. Vornehme und Reiche hatten goldene und silberne. Schon Joseph besaß einen sil-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.