Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, zweiter Jahrgang = Jahr 5616 (1855-1856) (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 19 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2609281-2609284--2532-2609875- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
19 den Glanz jener Erhebung ganz zu verdunkeln. In der verzerrten Carricatur nlmmt das kritische Äuge noch die Heldenphysiognomien der Kämpfer wahr. Der Staub, in welchen die Lüge die Titanengestalten gezogen hat, läßt noch deren riesige Größe erkennen, und so wird es der Forschung wohl noch gelingen, den verstümmelten Torso der Heroen mit nachhelfender Hand wieder herzustellen. Eleasar b. Anania, den wir den Lesern hiermit vvrführen wollen, ist sicherlich den meisten derselben ganz unbekannt. Dennoch genoß er zu seiner Zeit ein hohes Ansehen wegen seiner Abstammung und seiner Thaten. Die Genealogie hat nicht nur den Namen seines Vaters Anania, sondern auch seines Großvaters Chiskia und semes Urahns b. Garon zu bewahren der Mühe werth gehalten. Kaum dem Jünglingsalter entwachsen, war er Aufseher des Tempels und gehörte, zu den feurigen Agitatoren, welche auf einige Jahre das stolze Rom zittern gemacht und die bei einer glücklichem Wendung ihrer Bestrebungen der Weltgeschichte vielleicht eine andere Richtung gegeben hätten. Eleasar war es, der den ersten Anstoß zu einem Kampfe gegeben hat, den zu unterdrücken zwei Kaiser nickt genug Legionen aufbieten konnten, und die Beendigung desselben für eine Ehrensache, ja für eine Eristenzfrage feierten. Doch fangen wir von vorne an. Judäa war es müde geworden, sich von den römischen Landpflegern aussaugen und knechten zu lassen. Es hatte kein Vertrauen mehr zu seinen edlen Geschlechtern, die ihren Glanz durch Roms eisernen Arm zu erhalten wähnten, kein Vertrauen mehr zu seinen entarteten Hohenpriestern, den Kantaros, den Boöthos, den Fabi und den Anan, die ihre heilige Würde nur durch Kriecherei und Bestechung behaupteten. Es vertraute nur noch Gott, seiner gerechten Sache und seinem Muthe, und war entschlossen, der täglich sich erneuernden Erbärmlichkeit und Erniedrigung ein Ende zu machen. Die Allmacht Roms, seine weltbeherrschenden Legionen, seine städtebezwingenden Kriegsmaschinen erschreck- 2 *