Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, erster Jahrgang = Jahr 5615 (1854-1855) (1854)
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 355 (sequence 457)
- Language
- German
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355 Als aus dem Nichts die Welt ward, Da war auch sein Beginnen, Ein Lebensbaum, deß Schatten Uns schützt, wenn wir ermatten. Dein Liebling, Gott, einst entstand Im Schooße Deiner Gnaden, An Deinem Tisch' lobsingend — Ist nun zerstreut, beladen. O, laß uns wieder heimzieh'n In Deines Heiles Pfaden, Die Griechin fliehe eilig, Wir rufen: dreimal heilig! * Als er auf seiner Pilgrimschast von seinem Freunde Nathan den Samuel in Kahirah sehr reich bewirthet wurde, dichtete er halb scherzend, halb wehmüthig: Du hältst mich wohl für einen Pelikan, So reichlich nährst Du mich mit Huhn und Hahn, Doch muß ich Fremden Alles überlassen, Selbst edle Würzen ekeln mich nur an, Mir will Nichts munden. Habe Mitleid mit mir Und laß mich fürbaß ziehn auf meiner Bahn! ** Die mitgetheilten Lieder gehören allerdings zu den schwächeren Produkten dieses fruchtbaren Geistes, dessen Gesänge so viele spätere Dichter zu ähnlichen Versuchen begeisterten. Seine Dichtungen wurden vielfach nachgeahmt, und besonders seine von edlem Schmerze durchglühte Zionide *** hat eine ganze Reihe ähnlicher Trauerlieder hervorgerufen, welche sämmtlich in Anlage und Versmaß sich auf's Engste an Juda Ha-Levi anschließen, aber weit hinter ihrem Vor- * Hebr. Beil. M. ** Hebr. Beil. lV. *** Divan S. 67 ff. 23