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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1854-01-01 · Neue Folge, erster Jahrgang = Jahr 5615 (1854-1855) (1854) · p. Seite 333

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, erster Jahrgang = Jahr 5615 (1854-1855) (1854)
Date
1854-01-01
Page
Seite 333 (sequence 437)
Language
German
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IRI
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333 mein Glück für ewig machen wird, oder mir sehr leid, sehr wehe sein möchte." So sprach Kobi. und indem er dieseWorte mehr flüsterte als betonte, war dabei sein ganzes Wesen von jenem Schimmer innerster Neigung überglüht, die mächtiger das Herz, ergreift, als die feurigsten Schwüre. Das mußte das liebliche Mädchen auch fühlen in diesem Augenblicke; seine Blicke flogen in holder Verwirrung umher, bis sie an dem Jünglinge hasten blieben, der zu ihr sprach, wie noch Keiner gesprochen. „Hab' ich Dich beleidigt?" fuhr Kobi in demselben Tone fort, „so will ich gehen. Aber ich denke, das kann kein Mädchen beleidigen, wenn ein Mann ehrlich um sie wirbt. Sag', darf ich bleiben?" „Ich kann nichts sagen, wenn's mein Vater nicht* erlaubt!" stotterte Mirl und wagte es, dem jungen Mann dabei in die Augen zu sehen. „Du siehst ja. Dein Vater selbst heißt mich hier bleiben," sagte Kobi, „aber wenn Du es nicht zugiebst, was Hab'ich dann davon? Und wenn er hundertmal sagt: Nimm sie, und Dn willst nicht, meinst Du, ich möcht' nur einen Finger nach Dir ausstrecken?" „Mein Vater ist schon so oft gefoppt worden," meinte Mirl verlegen, „daß ich glaub'!" „Daß ich ihn auch betrügen werde?" ries Kobi feurig. „Dukannst das nicht glauben, Mirl, so lieb mir mein Vater und meine Mutter sind, Du darfst das von mir nicht glauben. Ich weiß, was Du Deinem Vater bist; meinst Du, wenn ich nicht überzeugt wäre, wir Zwei zusammen könnten ihn noch glücklicher machen, möcht' ich mich unterstehen, so mit Dir zu reden?" Mirl richtete sich hoch auf nach diesen Worten; Thränew glänzten in ihren Augen, mit bebender Stimme sagte sie: „Kann man sich wirklich auf Dich verlassen?" „Ich schwör' nicht," sprach Kobi innig, „aber glaub" mir."

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