Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, erster Jahrgang = Jahr 5615 (1854-1855) (1854)
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 331 (sequence 435)
- Language
- German
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331 blickte er nach dem Randar hin, um an dessen Zügen zr§ sehen, wie das Wort gewirkt hatte; zu seinem höchsten Erstaunen bemerkte er aber, wie darauf eine merkwürdige Veränderung vorgegangen; es spielte ein Lächeln und Behagen zwischen diesen geschmiedeten Knochen, die sie milde, wie vom Sonnenlichte bestrahlt, erscheinen ließ. „So wahr ich Szimche Süß heiße," sagte der Randar mit mühsam erzwungener Stärke, „Du hast Recht, Jüngel! Wer die kriegt, bekommt ein Weib! Mehr sage ich nicht; es ist nicht meine Sach' über ein Kind viel zu reden; aber das kann ich Dir sagen: Seit mein Weib todt ist, Hab' ich keine Minute gefühlt, daß sie mir fehlt. Sie füllt jedem Winkel im Haus mit Leben aus , die macht mir Freude wie Nichts in der Welt!" Gleich darauf, als hätte er sich zu viel vergeben, indem: er sein starkes Wesen unter dem Eindrücke der väterlichem Zärtlichkeit Einbuße leiden lassen, meinte er mit seinem gewöhnlichen Tone: „Wie steht der Haber bei Dir zu Hause?" Kobi konnte nicht sogleich antworten, so bewegt hatte ihn die Rede des harten Mannes, der als „Bär", „Wolf" und „Unmensch" in den Erzählungen der Killes spukte- Hätte sich die Mutter noch gefürchtet, mußte er innerlich sich fragen, mich zu ihm zu schicken, wenn sie ihn so reden gehört hätte? Aber gut war es doch, daß der Randar dem Gespräch eine so kühle Wendung gab. „Nun. Bocher!?" fragte er noch einmal, „wie steht ber Dir der Haber zu Hause?" „Vier Gulden dreizehn Groschen, Rebb Szimche," beeilte sich Kobi zu sagen. „Nicht höher?" „Am letzten Wochenmarkt," theilte Kobi noch mit,, „hat man so viel, als man will, haben können um diesem Preis."