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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1854-01-01 · Neue Folge, erster Jahrgang = Jahr 5615 (1854-1855) (1854) · p. Seite 310

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, erster Jahrgang = Jahr 5615 (1854-1855) (1854)
Date
1854-01-01
Page
Seite 310 (sequence 414)
Language
German
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310 Nebb Szimche gehe das Gerede, er hüte sein Kind wie ein Löwe und wolle es nicht herausgeben; das sei überhaupt ein Mensch von der fürchterlichsten Art; so reich er sei, so wild und unschlachtig sei er; ganz wie die Bauern auf dem Dorfe, mit denen er Jahr aus Jahr ein verkehre. Hunderte von den schönsten und reichsten Jungen wären bei derTochterschon auf der Beschau gewesen; keiner hätte etwas ausgerichtet. Wenn sie der Tochter schon gefallen, so hätten sie ihm mißfallen. Das Schönste an der Sache sei aber, wenn man die Leute schon abwiese, so thäte man das auf dem Randarhofe nicht, wie es in anderen gesitteten Häusern Manier sei, nämlich mit feinen und delikaten Worten, um sich keine Feinde zu machen; sondern mit Spott und Schande würden sie aus dem Hause gejagt; man erzähle sich in dieser Hinsicht die merkwürdigsten Dinge. Manchem sei es gar übel schon ergangen; von einigen dieser jungen Leute, die nichts gethan, als daß sie auf die Beschau gekommen, gehe sogar die Sage, der Randar habe sie beim „Flügel" genommen und ihnen einen Weg zum Hause hinausgewiesen, auf dem sie schwerlich wieder zurückkommen würden. Die Lust sei Allen vergangen. „Lebendiger Gott! " schrie Perl in wirklicher Angst, „ist das ein Mensch oder ein Wolf?" „Die Leut' halten ihn eher für einen Wolf," meinte Rebb Wolf. „Ich versteh' aber immer noch nicht, was der Vorsteher von Dir will?" sagte Perl nach einer Weile. „Was kannst Du ihm dabei helfen?" Eben jetzt, hieß es dann weiter, komme die eigentliche Sache. Der Vorsteher möchte; aber er habe nicht den Muth dazu, oder vielmehr dessen Sohn, der ein feingebildeter und studirter Mensch sei, habe nicht den Muth dazu. Was würde die Welt dazu sagen, wenn es hieße: der Sohn des Vorstehers sei mit Schimpf und Spott aus einem Hause gejagt worden? Ob man so etwas riskiren könne? Da sei er, nämlich der Vorsteher, auf den Gedanken gekommen, ob es nicht das Gescheiteste wäre, Die Sache früher durch einen klugen

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