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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1854-01-01 · Neue Folge, erster Jahrgang = Jahr 5615 (1854-1855) (1854) · p. Seite 268

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, erster Jahrgang = Jahr 5615 (1854-1855) (1854)
Date
1854-01-01
Page
Seite 268 (sequence 374)
Language
German
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268 Brüder belehrten nnd veredelten oder verteidigten und vertraten, im Andenken der Nation unvergeßlich -leiben werden bis auf die spätesten Nachkommen, die nicht aushören werden zu genießen und sich zu erfreuen an ihrer Hände Werk. — Der Leser, der offene Augen hat für so manche Erscheinungen der Zeit, und das Herz am rechten Fleck hat zum Verständniß derselben und ihrer drohenden unheilvollen Folgen, wird mir hoffentlich diese Abschweifung verzeihen. Wir kehren nun zu unserm Gegenstand zurück! Der spagniolische Ritus ist der der „Sephardim". Ihre Synagogen (und sie haben deren zwei, die größere wurde erst im vorigen Jahre eingeweiht) sind schön gebaut, mit Steinen gepflastert, und haben mitten in der Decke eine Art von Kuppel. Die Sitze laufen ringsherum an den Wänden, so wie auch rings um den „Almemer", der in der Mitte der Synagoge steht (unter der Lichtkuppel), und wo gebetet, so wie aus der Tora vorgelesen wird. Bilder und andere Schnörkeleien, wie in mancher alten polnischdeutschen Synagoge, findet man hier nicht. Die Gemeinde sitzt andächtig aus den beiden concentrischen Bänken (manche Alte mit unterschlagenen Beinen, die Pantoffeln vor sich stehen habend), hält ihr Gebetbuch in Händen und betet sehr leise, so daß nur die Stimme des Vorbeters laut gehört wird. Dieser betet in einem sonoren würdigen Tone, einer Art Recitativ, das mitunter mit mancher hübschen, ursprünglich spanischen Melodie gewürzt ist, der aber auch von Zeit zu Zeit von einem eintönigen türkischen Gesänge unterbrochen wird. In den Festtagen werden die Festgesänge von einzelnen Gemeindegliedern gesungen, die Vers für Vers mit einander abwechseln. Merkwürdig ist es. daß in diesem gewiß sebr alten, mit allen reformatorischen Bestrebungen der Neuzeit nie in Berührung gewesenen orientalischen Ritus das Princip der stetigen Fortbildung, so wie die Aufnahme von Gesang-und Gebetstücken ans der dem Volke

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