Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, erster Jahrgang = Jahr 5615 (1854-1855) (1854)
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 231 (sequence 337)
- Language
- German
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231 sich bis zu Karl dem Großen erstreckt, der ihm im Jahre 805 eine berühmte Gesandtschaft schickte, an deren Spitze ein fränkischer Jude stand. Auch dieser Monarch ließ eine Unzahl von Werken ans derg Griechischen ins Spanische und Arabische übersetzen. Er bereicherte die bereits bestehenden Schulen, und errichtete neue, wo er als Lehrer die bewährtesten jüdischen und christlichen Aerzte anstellte. Es wurden diese sehr reichlich honorirt, und jeder, der die Medicin praktisch betreiben wollte, wußte sich von ihnen examiniren lassen, wie dies längst schon in der Nestorianischen Schule Sitte war. Es zeichnet sich höchstvortheilhaftunterdenisraelitischen Professoren in Bagdad Joschua den Nun aus. Nicht nur, daß er als Praktiker eines allgemein verbreiteten, wohlverdienten Rufes sich erfreute, daß er als Lehrer strebte, würdige Nachfolger zu bilden, die seinem Thun vollkommene Anerkennung verschafften, so fuhr auch er fort, jene Uebersetzungeu, die für die noch weniger im Bereich des Wissens selbstthätigen Araber wahre Fundgruben der Intelligenz waren, mit nimmer müdem Eifer zu betreiben. Unter den großen Aerzten, die aus seiner Schule hervorgingen, citiren wir, bevor wir diesen Paragraph beschließen, die berühmten Uahia Ben Masoviah, gewöhnlich Masue genannt, und Abu Uussuf Jatul, ben Jsak Alkendi, der nach einigen Gelehrten (Herbelot) selbst Israelit gewesen sein soll. Schon haben wir erwähnt, daß das Reich des Harbnu der culminirende Punkt einer in den Annalen des menschlichen Geistes für immer berühmten Periode war. Noch strömten haufenweise die aus Constantinopel verjagten Gelehrten in dieses den Musen günstige Asyl, noch"wacen es ganze Kameelladungen von Büchern, die nach Bagdad gebracht, und so wie Plato's und Aristoteles' Werke in die Landessprache übertragen werden; der besiegte griechische Kaiser Michael mußte als Friedensbedingung einen Tribut von griechischen Werken liefern; Schulen und Akademien erhoben