Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, erster Jahrgang = Jahr 5615 (1854-1855) (1854)
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 223 (sequence 329)
- Language
- German
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lichkeit ihrer Hilfsmittel, und die engen Grenzen, die auch ihren Hilfswissenschaften gezogen waren, so wird es uns um so mehr wundern, auf Männer zu stoßen, die vom nieder« Standpunkte ans, von wo ihr Auge keinen weiten wissenschaftlichen Horizont überschauen konnte, doch Großes thaten und wirkten, mit Entdeckungen unsere Kenntnisse bereicherten, die wie hohe Bergesgipfel ihren Namen als weitreichende Monumente dienen. Unter diesen Männern steht seiner Zeit Hanina oben an. Ihm mag wohl die Medicin die Friedensvermittlerin zwischen Körper und die ihn bekämpfenden und zerstörenden Leiden gewesen sein; darum war sein Jnsiegel ein Palmzweig (Talmud, l'raetrU Otülün eax>. IX.). Die Würde des Clienten reflectirt hier auf den Arzt, denn ihm vertraute sich als solchem, der mit den Ehrentiteln Rabbi, Hanassi, Hakadosch geschmückte Jehuda ben Simeon. Auch der Talmud gibt ihm das rühmlichste Zeugniß seiner ärztlichen Verdienste (Iruelut Okulin eap. I. p. 7. Iraetal p. 49). Ein anderer, würdig nach ihm den zweiten Rang behauptender Arzt, war Samuel. Er wurde Jarchinai, der Astronom zubenannt, wegen seiner ausgezeichneten Sternkenntnisse. Aber in den Gefilden der Medicin erschien er gleich dem wohlthätigen Flusse, dessen Überschwemmungen die Fruchtbarkeit Egyptens vermitteln. Als Mediciner in jedem Fache des Heilbereiches machte er sich berühmt zuerst in Palästina, dann in Neharda (Hardith), Stadt des untern Mesopotamiens. Ein von ihm verordntes, sehr heilsames Augenwasser nennt der Talmud nur unter seinem Namen (Iraet. Kabballi p. 108). Daß sein Geist frei von allen kleinlichen und ehrgeizigen Rücksichten war, daß er im verwandten Streben das Nützliche und Heilbringende umfassend zu würdigen wußte, beweist seine fast zum Sprichwort gewordene Freundschaft zu Rab, dem dritten großen Heilkünstler jener Epoche. Beide stellten in sich vereinigt das Vermählen der medicinischen Wissenschaften dar. Wenn Samuel durch theoretische und