Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, erster Jahrgang = Jahr 5615 (1854-1855) (1854)
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 189 (sequence 296)
- Language
- German
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190 den, die mit den Schulstunden nicht collidirt. wo Gottesdienst gehalten werden könnte. Es wäre das der Tag, der am meisten dazu geeignet wäre, und Schreiber dieses bekennt sich Zu denjenigen, die nicht den Sabbath verlegen wollen. Es Dürste vielleicht auch die h. Regierung, die stets dazu bereit war und ist, das religiöse Element beim Juden zu kräftigen, Veränderungen in der Stundeneintheilung der hiesigen Schulen (sowohl Volksals Realschulen und Gymnasien) anordnen, die das Interesse befördern. Hat doch der höchstselige Kaiser Franz bei Errichtung des polytechnischen Institutes daraus Rücksicht genommen, daß an Sabbathen gar keine Lehrstunden sein sollten. Wenn wir aber auch keine solche Begünstigung in Anspruch nehmen, so dürste es vielleicht möglich sein, eine Aenderung herbeizuführen, daß eine Stunde des Gottesdienstes für die gesammteJugend möglich wird. Die Abendstunden am Sabbath um fünf oder halb sechs, wo so ziemlich die Collegien überall zu Ende sind, dürften aus dem Grunde schwer zu wählen sein, weil man von der Jahreszeit abhängt. Im Winter könnte dann gar nie der Gottesdienst stattfinden, und die Hälfte des Sommers sind Ferien. Der Gottesdienst bestände dann (wenn er Vormittags abgehalten wird, denn am frühen Morgen dürfte es der localen Verhältnisse wegen kaum möglich sein) in dem Mussasgebete, wobei jedoch die Liturgie geändert sein müßte, wie z. B. in Frankfurt a. M.; denn die studirende Jugend dürfte sich sehr wenig an ükanto 8eliabbo8 erbauen. Ferner das Ablesen eines Abschnittes aus der Thora, wo der dreijährige Cyclus berücksichtigt werden könnte. Jedoch würde ich mich für die Haftora erklären, und zwar nicht des historischen Rechtes wegen, denn es ist die Geschichte gegen sie. sondern weil sie die Jugend mit den Propheten vertraut macht. Die Haftora könnte hebräisch gelesen werden, wenn beim Religionsunterrichte darauf Rücksicht genommen würde, dieselbe zum Verständnisse zu bringen; wo nicht in deutscher Sprache, wie in Hamburg, Frankfurt, Magdeburg rc.