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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1854-01-01 · Neue Folge, erster Jahrgang = Jahr 5615 (1854-1855) (1854) · p. Seite 168

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, erster Jahrgang = Jahr 5615 (1854-1855) (1854)
Date
1854-01-01
Page
Seite 168 (sequence 275)
Language
German
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168 „Du sollst keine anderen Götter haben neben mir", und der: allen Druck, allen Schimpf und Spott und Hohn erträgt, um nur dem Einen — Einzigen treu zu bleiben. Wol wissen wir, daß ein großer Theil des heutigen Israels nichts davon wissen dürste, weil die Namen dieser Engel, so wie der Engel überhaupt in den neu erscheinenden Gebetbüchern zumeist weggelassen worden sind, nichtsdestoweniger wollten wir den Gegenstand nicht unberührt lassen. Es dürste überhaupt so mancher Aberglaube, den wir im Verlaufe darzustellen gedenken, dem größten Theile fremd sein, höchstens ganz vereinzelt sich finden. Wir übergingen ihn aber deshalb nicht, weil es unser Bestreben ist, die letzten Reste des Aberglaubens zu vernichten. Wenn wir auch heute noch bei den christlichen Serben den Glauben an Vampyre mit all den Märchen, die sich daran knüpfen; finden: wenn in Tyrol und Böhmen, besonders in allen Gebirgsländern. noch massenhafter Aberglaube herrscht; wenn in der Nähe der Residenz vor kurzer Zeit ein Hexenproceß zur Verhandlung kam, so ist das nicht Israels Antheil und Erbe. Gott ist sein höchstes „Gut." — Verschweigen wollen wir es nicht, daß wir damit auch Denjenigen entgegen treten wollen, die,, um das Judenthum lächerlich zu machen, eine verschrobene Idee eines Obscuranten oder einen Aberglauben anführen und unter dem Halloh des Pöbels dieselben als Judenthum verkünden; darauf sagen wir ganz einfach, das sei Aberglauben, an den der bessere Jude selber nicht glaubt. Wir können hier nicht auf die mannigfaltigen und vielfachen Erscheinungen des Aberglaubens wie man ihn hie und da noch trifft, eingehen; wir wollen hier nur zwei. Momente ins Auge fassen, die wichtigsten des Lebens: Geburt und Tod. Die Geburt ist an und für sich ein Räthsel der Schöpfung. Es entsteht ein neues Leben. Es ist daher kein Wunder, wenn die Mythe sich des Stoffes bemächtigt hat. Während aber bei andern Völkern die freundlichen Engel die Wiege umgaukeln, und die Griechen das Schöne und das

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