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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1854-01-01 · Neue Folge, erster Jahrgang = Jahr 5615 (1854-1855) (1854) · p. Seite 167

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, erster Jahrgang = Jahr 5615 (1854-1855) (1854)
Date
1854-01-01
Page
Seite 167 (sequence 274)
Language
German
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IRI
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167 Stelle liest, die von der höchsten Humanität zeigt, einer Humanität, die heute noch nicht erreicht, geschweige denn übertroffen ist. Doch es ist hier nicht der Zweck, eine Apologie für das Jndenthum zu schreiben. Das Judenthum trägt die Garantie seines Fortbestandes und seine Rechtfertigung in sich. Wir betrachten vielmehr das Vorurtheil und den Aberglauben, die gegen uns herrschen, als Strafe für den Aberglauben, der in und unter uns herrscht. In der h. Schrift heißt es: ״Es gibt keine Zauberei in Jacob, keinen Zauber- und Bannspruch in Israel, bei Jacob und Israel wird es zu allen Zeiten heißen: was Gott gewirkt hat.״ Das sagt der heidnische Zauberer, der seine Macht dem Volke gegenüber gebrochen sah. Und Moses ermahnet das Volk: ״Denn die Völker, deren Land du eroberst, die hören und horchen auf Zeichendeuter und Zauderer, die dir der Ewige dein Gott nicht zugetheilt hat." Und trotz alldem gibt es doch selten ein Volk, bei dem der Aberglaube eine solche Rolle spielen würde. Ja man Zäunte sagen, daß die mannigfachen Völker, unter denen Israel gelebt, ein Andenken demselben zurückgelassen haben. Indische, persische, egyptische, griechische und römische Religionen und Anschauungsweisen finden sich vertreten. Sagt doch schon der Talmud, die Namen der Engel haben die Israeliten aus Babilon mitgebracht, denn in dem Sinne der Schrift sind ״die Winde die Engel und Boten Gottes und das flammende Feuer sein Diener." Es läßt sich mit wenig Scharfsinn auch bald enträthseln, daß die Namen der Engel, die der fromme Israelit aus Ehrfurcht nicht auszusprechen wagt (wir meinen nämlich die Engel, die in dem Gebete Vorkommen, während die Priester den Segen sprechen דוכן), nichts Anderes als Namen griechischer Gottheiten sind: Anaxos, Jupiter, Va- Ler der Götter re.; ttepUä8t08, Gott der Unterwelt;?!108phor(os), Phöbus-Apollo, Gott des Lichtes und der schönen Künste; Dyonisos, Gott des Weines h., und an diese Gottheiten richtet der Jude das Gebet, dem geboten ward:

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