Mannheim
Compact Memory

Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1854-01-01 · Neue Folge, erster Jahrgang = Jahr 5615 (1854-1855) (1854) · p. Seite 144

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, erster Jahrgang = Jahr 5615 (1854-1855) (1854)
Date
1854-01-01
Page
Seite 144 (sequence 252)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2609281-2609282--2240-2609582
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

144 nicht. Im Jahre 1853 wurde die Sache von einer andern Seite versucht. Es besteht in England eine gesetzlich anerkannte „Versammlung Abgeordneter der großbritannischen Juden" (tke boarä ok äepulieg), welche die Letzteren dem Staate gegenüber zu vertreten hat. Als das Parlament vor einigen Jahren Unterstützungen für die Schulen aller Kulte aus Staatsmitteln votirt hatte, gerieth das boarä schon in große Wirrnisse, da eine Partei, den Präsidenten Sir Moses Montefiore an der Spitze, durchaus dabei die jüdischen Schulen unter die unmittelbare Botmäßigkeit der hyperor- Lhodoxen Partei bringen wollte. Dies mißlang. Dieses boarä wurde jetzt theilweise durch Wahlen erneuet. Da wurden durch vier orthodoxe Gemeinden vier in London ansässige Männer in das boarä gewählt, welche jener Westend-Gemeinde angehörten. Siehe, da wurde in einer Sitzung am 18. August der Antrag gestellt: „Daß Niemand als Mitglied des boarä zugelassen werde, welcher Mitglied eines Gotteshauses ist, das nicht vollständig mit den geistlichen Autoritäten im Einklang ist." Der Zweck war, jene vier Männer, welche sonst zu den ehrenvollsten gehören, auszuschließen, und somit die ganze Gemeinde der Westend-Synagoge für ausgeschlossen zu erklären. Dieser Antrag machte ein außerordentliches Aussehen, und in der nächsten Sitzung vom 8. September wurde der Antrag gestellt, über den ersten erst in zwei Monaten abzustimmen, und bis dahin eine Commission von 5 Mitgliedern zu erwählen, welche den Standpunkt der Westend-Gemeinde untersuchen und eine Bereinigung mit den geistlichen Autoritäten erwirken sollte. Es erhob sich im Schooße des boarä eine heftige Opposition, die behauptete, daß das boarä gar nicht berechtigt sei, auf religiöse Materien einzugehen, und jede Gewiffensinquisition verwarf. Aber 19 gegen 18 Stimmen, also eine Stimme, die des Präsidenten, stimmte für den zweiten Antrag. Wir wollen hier auf die Geschichte der gedachten Commission, die erst gar nicht zu Stande kommen konnte, welche der Westend - Gemeinde die zukömmliche Ti-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.